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Aktuelles

Bernd Suhr - Anwalt mit Herz

Bernd Suhr

Er hat wohl nie ein Instrument in die Hand genommen,

aber dafür all denen Musikern seine Hand gereicht, die seine Hilfe brauchten.

Deshalb soll ihm der verdiente Nachruf auf dieser Seite gewidmet sein.

In den 60er Jahren organisiert er zusammen mit Herbert Kaidl und Eckhard Strubelt unter dem Teamnamen „kasus“ die legendären „Beat Bags“ in der Seestadt.

Mit ihren innovativen und mutigen Veranstaltungen bringen sie Bewegung in die Bremerhavener Szene und umzu, und immer ist der Reinerlös dieser Konzerte für einen guten Zweck gedacht.

Das „Beat Bag One“ im ehrwürdigen Stadttheater mit der „Quarter Group Sack“, „C.O.S.“ (Company of Soul), „Competition“, „Just Us”, also der gesamten Bremerhavener Beatprominenz, beschert ein volles Haus und dem SOS-Kinderdorf in Worpswede den stolzen Betrag von 2.000.- DM.

Aber das junge Veranstaltungs-Team holt auch Größen wie die Hamburger „Rattles“ oder die legendären „Spooky Tooth“ an die Weser.Beim „Just Us“ Revival-Konzert im Stadttheater am 27. Januar 1979 wird die Idee zum legendären „Beatfestival No.9“ geboren.Schon länger haben Bernd und sein Freund Chester Müller die Idee, aus dem leer stehenden Bahnhof Lehe ein Kommunikationszentrum zu schaffen. Es soll ein Treffpunkt für verschiedene Generationen von Kindern bis zu Senioren werden, mit einem breiten Kulturangebot, von Musik über Theater bis zu Literatur, Film und Kunst, in dem die eigene Initiative des Publikums vorne an steht. Zusammen mit Dieter Brückler wird der Förderverein für Kommunikation und Kultur e.V. gegründet.

Der Verein für Kommunikation und Kultur "RoterSand" e.V. um 1982 in der Alten Bürger, Ecke Rickmersstraße

Das Startkapital sollen sechs Bremerhavener Bands, die in den 60er Jahren zu den Pionieren der Rockmusik an der Unterweser gehörten, beim „Beatfestival No. 9“ in der Stadthalle einspielen. Black Beats, „Competition“, „Griffins“, Soulbeats und „Tombstones“ proben monatelang für dieses einmalige Ereignis. Sogar die „Black Stars“ um Uli John und Heiner König können reaktiviert werden.

Bernd Suhr schafft es, Udo Lindenbergs Anlage kostenlos aus Hamburg anrollen zu lassen, und Bernd Gutt, damals einer der besten Mixer im Showgeschäft, bedient das Mischpult, baut alles mit seiner Mannschaft auf.

Es wird keine professionelle Show, aber über 4.500 begeisterte Zuschauer erleben am 23. Dezember 1979 eine große, stimmungsvolle Party von Freunden.

Dem Bahnhof Lehe Kommunikations-Zentrum kommt es dennoch nicht zugute, weil die DB andere Pläne hat. So fließt das Geld in den Verein für Kommunikation und Kultur e.V. am Rotensand, dem davon auch ein Klavier gestiftet wird.

Bernd gründet den Musikverlag „Volkmarst Musik“, kommt mit Stephan Remmler und seiner Band „Wind“ (später „Trio“) ins Geschäft, das aber nur von kurzer Dauer ist, stellt die Weichen für die Bremerhavener Rockband „Rotesand (später „Meier/Miller/Kaiser“), schafft die Verbindung zur Hamburger Plattenfirma Phonogram.

Danach wird es ruhig um den Experten in Sachen Urheberrechte, der nie Wert darauf legte, im Vordergrund zu stehen, immer ansprechbar war, wenn man seinen Rat brauchte, und sich rührend und selbstlos um junge Musiker kümmerte, die sich einen Rechtsbeistand finanziell gar nicht erlauben konnten.

Bernd Suhr verstarb am 09. August 2008 im Alter von 58 Jahren in seinem Haus in Volkmarst.



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