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Peter Caulton - The Lone Wolf

Peter Caulton

Er ist der einsame Wolf, auch wenn er hin und wieder im Rudel auftaucht, sprich: zu dritt, zu viert oder in noch größerer Besetzung, um immer wieder zu verdeutlichen, dass er ein professioneller Allroundentertainer ist.

Als Peter Caulton vor mehr als zwei Jahrzehnten seinen Job an den Nagel hängte, seine Heimatstadt Gisborne, Neuseeland verließ, die als erste Stadt der Welt den neuen Tag begrüßt, dann nur deshalb, um ein neues Revier zu erkunden, den Nachbarn in Australien sein Talent vorzustellen.

Schon als 5jähriger Knirps biegen ihm die Maories auf ihren beliebten Samstagnachtpartys die Ohren zurecht, wecken in ihm die Liebe zur Musik. Die Sechssaitige wird sein ständiger Begleiter.

Nach diversen TV- und Live Konzerten zieht es ihn „down under“ Victoria, von wo aus der seine Streifzüge durch den Kontinent mit Namen wie „Little River Band“, Emmylou Harris, Kenny Rogers und anderen Größen des Showbusiness startet.

Aber seine rastlose Wolfsseele ist auch nicht durch das älteste und größte Country Musik Festival am Stadtrand von Melbourne mit über 20.000 Besuchern aufzuhalten, das er Jahr für Jahr erfolgreich bespielt.

Mit seinem Keyboarder und der Creme de la Creme der Melbourner Mucker in Queensland „The Vic State Opry“, verwirklicht er noch ein letztes großes Abenteuer, eine Country-Rockabilly-Blues-Revue, die bis heute zu den erfolgreichsten Shows Australiens zählt, bevor es ihn nach Nashville, der Wiege der amerikanischen Volksmusik, treibt.

Er hat genügend Referenzen, vor allem Klasse, um mit jedem Country Star auf die Bühne zu steigen, sammelt Erfahrungen, erlebt die letzten Tage des Mannes in schwarz, des großen Johnny Cash.

Peter und die RoF-Tour Band

Aber er merkt auch, hier ist er einer unter vielen, und ohne einen Radiohit wird man auf ihn nicht aufmerksam werden. Mit drei eigenen CDs im Gepäck, eine davon nominiert bei der 40. Grammy Verleihung, zieht es den Ausnahmekünstler über den großen Teich nach Europa. Mit seiner zweiten Frau Bea schlägt Peter im hohen Norden Deutschlands sein Lager auf, um von hier aus seine Tourneen zu planen und zu starten. Das "Metropol" in Bremerhaven und seine Gäste sind nun schon des öfteren in den Genuss seines unüberhörbaren Talents, seines charmanten Witzes und seiner starken Persönlichkeit gekommen. Er kommt immer gern wieder.

 Peter Caulton´s jüngstes Projekt "RoF": Das Johnny Cash Tribut, die “Ring of Fire” – Tour durch die gesamte Republik.

DK im Gespräch mit P.C.

DK: Du hast bis heute in mehr als 20 Ländern auf diesem Planeten deine Musik gespielt. Fühlst du, dass es an der Zeit, sesshaft zu werden?

P.C.: Ich werde nie wirklich sesshaft werden, so lange ich in diesem Geschäft bin, und, so ganz nebenbei, es gibt da noch so viele Orte, an denen ich nicht war. Im letzten Sommer sah ich J.C. Fogerty im Hamburger Stadtpark, eine der besten Rock n Roll Shows der Welt, und er ist 62 Jahre alt. Eine wahre Inspiration für jeden Musiker. Du wirst erst sesshaft wenn du nicht mehr kannst.

DK: Was trieb dich nach Europa, wissend, dass dieser Kontinent, speziell die Bundesrepublik, nicht unbedingt das Mekka für deine Art Musik ist?

P.C.: Ich habe meine deutsche Frau auf Teneriffa kennen gelernt und bin ihr in ihre Heimat gefolgt. Wir haben geheiratet und leben nun hier. Country Musik funktioniert überall auf der Welt wo Menschen gern Musik hören, und die Leute hier hören gern Musik. Das deutsche Publikum ist, meiner Meinung nach, eines der besten weltweit. Wenn du ihnen Herz und Seele in deiner Musik gibst, bekommst du das auch von ihnen zurück. Es ist definitiv nicht das Wetter, das mich hier hält. Wie du sicherlich weißt, George, ist Country z. Zt. die populärste Musik in den USA. Nur dass die Europäer es nicht mitbekommen wegen der limitierten Playlisten der Radiosender hier. Glücklicherweise erkennen aber viele Hörer ihre Chancen mit dem Internet-Radio und YouTube. Wenn dieser Fortschritt andauert, werden die Radio- und Fernsehstationen ihre Einstellung ändern müssen, um ihr Publikum nicht zu verlieren.

DK: Da du singst und spielst, um deinen Lebensunterhalt zu bestreiten, denkst du nicht, dass es äußerst schwierig ist, was das Finanzielle betrifft, zusätzlich mit einer Band zu reisen?

P.C.: Es ist überall auf der Welt nicht wirklich einfach, mit einer Live Band zu touren. Da ist Deutschland keine Ausnahme. Die Technologie nimmt Arbeitsplätze, und das größte Problem scheint mir zu sein, dass Menschen sich damit zufrieden geben, dass Maschinen Geräusche machen, die sich nach Musik anhören sollen, es aber nicht sind.

Musik ist ein Teil der Lebensenergie und benötigt Gefühle, um zu Lebewesen zu passen.

Maschinen haben kein Gefühl.

Ich bin vor ein paar Jahren auf einem Country Festival mit den „Rednex“ aufgetreten, die den Megahit mit „Cotton Eyed Joe“ hatten. Die Akteure sprangen volle 45 Minuten zu einem Vollplayback auf der Bühne herum, dass jeder Blinde mit einem Krückstock sehen konnte, dass sie nicht einmal in der Nähe des Studios gewesen sein konnten, in der die Nummer aufgenommen wurde. Das Publikum hatte zwar für eine Live Show bezahlt, die sie aber nicht bekamen. Es schien sie auch nicht sonderlich zu stören; denn sie tanzten, als wäre es live. Diese Acts sollten wegen Betrugs verklagt werden, wenn man sie „Live“ anbietet, sie dann aber zum Vollplayback auftreten.

Wirklich traurig aber ist, dass eine junge, überaus talentierte Band mit dem Namen „Cripple Creek“ früher am selben Tag für anderthalb Stunden ein tolles Konzert ablieferte, aber nur ein Viertel der Gage der „Rednex“ erhielt. Das ist sehr entmutigend für junge Musiker, die Jahre gebraucht haben, um ihr Instrument zu beherrschen. Wenn die Öffentlichkeit nicht mehr interessiert ist oder den Unterschied nicht mehr erkennt zwischen Akteuren und Musikern, dann ist es das Ende der Kultur.

DK: Welchen Tipp würdest du jungen Musikern für ihre Karriere geben?

Thunder from Down Under

P.C.: Arbeitet an eurer Musik und habt Spaß daran. Die meisten werden nie viel Geld damit verdienen, also genießt es so lange ihr könnt. Bereist andere Länder mit eurer Musik.

Musik ist die universelle Sprache, die überall verstanden wird, und ihr werdet die Art von Abenteuer erleben, die ihr vor dem Monitor eures PCs garantiert nie haben werdet.

Und letzten Endes, wenn es aufhört Spaß zu machen, dann hört auf. Es gibt wohl nichts schlimmeres, als Musiker auf einer Bühne zu sehen, die dort nicht mehr sein wollen. 


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