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Sammy´s Blues Jam - doin´ the Blues Job

S.B.J. Noch mit Roman Werner(2.v.r.)

Die allgemein verbreitete Meinung, dass der „wahre“ Blues nur von den Pflückern auf den Baumwollfeldern zelebriert werden kann, ist antiquiert und hat sich längst erledigt. Denkt man nicht lange weiter über Blueser wie B.B.King, Eric Clapton, John Mayall oder Peter Green nach, die ja eine Plantage, wenn überhaupt, auch nur aus weiter Ferne sahen, dann landet der aufgeschlossene Bluesfan irgendwann unweigerlich bei der Bremerhavener Formation „Sammy Blues Jam“, die es tief blau in sich hat.

 

Frontfrau Sandra Lansdall (Sammy Blues), die im August 2006 als erste bundesdeutsche Künstlerin eine Single CD in den Sun Studios in Memphis, Tennessee, aufnimmt, hat den Blues seit ihrer frühen Jugend gepachtet. Jahrelange Erfahrung im Gospel Chor gibt ihr den Kick, selbst eine Band zu führen, um ihrer großen Liebe, dem Lady Blues à la Etta James, Odetta oder einer Koko Taylor frönen zu können.

S.g. Gruppenbild (Foto:Volker Dahle)

Und das Glück steht ihr bei der Zusammenstellung der Band hautnah zur Seite. Gitarrist Ralf „Zakko“ Petersen ist sofort überzeugt von der rauchigen Stimme und ihrem gnadenlosen Talent, den Blues zu fühlen. Erwin Welslau am Bass (und Mikrofon) basiert zusammen mit dem drivenden Jürgen Thomas am Schlagzeug. Beide liefern zusammen mit Holger Metzler (Gitarre), der sich gern mit Petersen an der Sechssaitigen aufs Kreativste duelliert, ein Fundament, durch das nicht die dünnste E-Saite schlüpfen könnte. Metzler ersetzte erst kürzlich den jungen Roman Werner (siehe Bild), der zur Zeit in Hamburg seinem Musikstudium nachgeht. Wenn solch eine geballte Ladung gemeinsamer Bluespower durch die Seelen von fünf Musikern rauscht, frei gesetzt werden will, dann bleibt es nicht aus, dass der Weg unweigerlich zu Kompositionen durch die eigene Feder führt. Ralf Petersen (fendert auch bei der „Ramblin´ Blues Band“) schreibt treibende Musiken und gefühlvolle Balladen zu den Texten seiner Sängerin. Daraus ergibt sich ein spannender Programm-Mix aus hervorragend interpretierten Rock, Blues, teilweise an leicht nachvollziehbaren Jazz angelegten Titeln und spielfreudig vorgetragenem eigenen Material.

S.B.B. in action 2008 (Foto:V.D.)

Der Blues fühlt sich wohl und bestens aufgehoben bei „Sammy Blues Jam“. Wer es noch nicht zu einem ihrer wenigen Konzerte in der Seestadt geschafft hat, wer ihnen nicht unbedingt hunderte von Kilometern hinterher reisen mag,und wer noch immer nicht ihre aktuelle Scheibe „The Blues Job“ (2008) in seiner Sammlung hat, der kommt zur Premiere garantiert nicht unvorbereitet. Vom jungfräulichen Blick auf die Bühne bis zum ersten gespielten Ton ist man im Zentrum ihrer Spiellaune, und hat spätestens letztlich selbst den Blues, wenn der Vorhang gefallen ist, und der letzte Ton wie eine vom Wind verwehte Baumwollflocke langsam zu Boden sinkt.

 

LAUFPASS - Ausgabe I - 2009


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