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Blunt - unverblümt durch die Rock Flora

Blunt hoch 5 in sw

Häufiges Wechseln der Mitglieder in einer Band muss nicht zwangsläufig negativ sein, wenn es dadurch weiter voran geht. Musik heißt leben, Leben verändert sich, und bei „Blunt“ zogen sich Veränderungen in der Besetzung wie ein roter Faden durch ihre fast 10jährige Lebenslinie. Dass es sie trotz hoher Fluktuation heute noch gibt, beweist den eisernen Willen der zwei Gründungsmitglieder.

André Bödecker (Bass) und Andreas Schröder (Keyboards) lernen sich Ende der 90er bei „Tribe“ kennen, sympathisieren und entdecken den gemeinsamen Wunsch, ein Repertoire aus eigenen Kompositionen haben zu wollen. Aber selbst gemachtes Liedgut bei Live Konzerten an den Zuhörer zu bringen, ist häufig wie hartes Brot mit maroden Zähnen zu beißen, bis ein gewisser Bekanntheitsgrad das Publikum an die Kassen lockt. Manchen Kollegen dauert diese Hungerstrecke zu lang. Sie wollen auf die Bühne, sich präsentieren, Spaß haben. Nicht so schnell bei André und Andreas.

Ihre Parole ist das gemeinsame Ziel, und das ist unmissverständlich: Eine Band zu sein, dafür die Freizeit zu opfern, live zu spielen wenn die Zeit reif ist wie das Programm, und dann Aufnahmen zu machen, um ihre „Botschaft“ unter´s Volk zu bringen. Kein Musiker soll zu irgendetwas gezwungen werden, alles soll seinen demokratischen Gang gehen, aber Musik und Text sollen schon aus der eigenen Feder fließen! Sagen, was man denkt, fühlt, unverblümt, gerade heraus, und der neue Bandname für die vorläufige Besetzung mit Silvia Schmidt-Junge und Maja Kastrati (Gesang), Reymund Bredehöft (Gitarre) und Andreas Rost am Schlagzeug ist gefunden: Blunt! Und noch Einer hat sich eingefunden, um mit seinen Texten die Erweiterung des Spielplans zu unterstützen, Freund der Band und einziges Nichtmitglied: Oliver Peters.

und alle(s) in B(l)unt

Was ihren Stil betrifft, jede Schublade ist ihnen recht, sie muss nur groß genug sein. Die Geschichten in ihren Texten sind Fragen an das eigene Ich, dem Bestreben nach Selbstfindung, Hoffnung, den rechten Weg wieder zu finden, den man einst in die falsche Richtung ging. Natürlich gehören auch ganz „normale“ Beziehungskisten dazu.

André und Andreas entdecken schon früh die Vorteile der modernen Technik, und dass ein PC ja auch eine Tastatur hat. Ideal um die Grundkompositionen für die Kollegen festzuhalten. Am Ende des Tages ist es völlig schnurz, ob zuerst der Text oder aber die Musik den Weg aufs Papier fanden. Im Proberaum wird jedenfalls gemeinsam mit allen arrangiert. Mit allen? Nur wenn sich die Mannschaft komplett versammelt hat, und das ist nicht immer gewährleistet. Dem Einen ist just der Bus vor der Nase weggefahren, dem Anderen schlägt gerade keine Stunde. Für „Rosti“, der Sängerin Maja für seine neue Besetzung „Indian Summer“ gewinnen kann, kommt der ehemalige „Silk 99“ Trommler David Remay, der sich kurz nach einstudieren des Programms durch seinen Beruf die Zeit zum Musizieren nehmen lässt. Um möglichst schnell adäquaten Ersatz zu bekommen, muss viel telefoniert werden, und im Rock Cyclus wird das „Schwarze Brett“ vollgepostet. „Led Zep“-Trommler Frank Alpers empfiehlt der Band den erfahrenen Jürgen Hühnerfuß. Der riskiert zwischen zwei LKW-Ladungen einen Blick in den Proberaum, nimmt ein Ohr voll, setzt auch den zweiten Fuß über die Schwelle und sagt: „Wenn´s nicht stört, ich bleibe!“ Rolf Kunkat kommt als zweiter Mann an der Sechssaitigen, stellt seinen Verstärker daneben, hat viele Ideen, die nicht alle gleich einen Abnehmer finden. Irgendwann ist dort, wo seine Gitarre immer zu finden war, ein leerer Platz, vom Verstärker sind nur noch die Eindrücke im Teppich, und letztlich kommt auch er selbst nicht wieder. Dieser Platz ist nun frei geworden für H.D. „Buddy“ Kück, der sich, mit seiner ureigenen Art die Gitarre zu spielen nicht nur nahtlos dem Bandgefüge anpasst, sondern auch das Gefühl vermittelt, er hat Spaß an der Arbeitsweise und dem Stil.

 

Tja, und dann ist da noch Silvia, die von allen für ihr Engagement gelobt und für ihre professionelle Einstellung geliebt wird. Aber Mitte 2008 kann auch sie nicht umhin, ein Loch in das Rock n Roll Gefüge zu reißen, weil sie die Band aus privaten Gründen verlassen muss. Anabel Albrecht kommt, singt und siegt. Eine nach Beständigkeit aussehende, vor allem erfrischend konstruktive Bereicherung, finden alle. Selbstverständlich ist all das nicht an einem einzigen Tag passiert. Schade eigentlich, sollte man meinen, das hätte Zeit und vor allem viele Proben gespart.

„Blunt“, im Herbst 2008 endlich in einer wunschlos glücklichen Besetzung, sieht das allerdings anders. Die Umbesetzungen haben immerhin, neben diversen neuen Einflüssen, die Titel positiv verändert. Alle ziehen nun an einem Strang, und, das ist wohl wichtig, in dieselbe „bluntige“ Richtung. Außergewöhnlich, die Band hat seit Bestehen an keinem Band-Wettbewerb teilgenommen. Das hat nichts mit der Angst zu tun, vor einer Jury zu floppen, sagt André Bödecker, aber der erste Eindruck ist nun mal bleibend, und der sollte so fertig wie möglich klingen. Wir sind sicher noch lange nicht fertig, aber die Zeit ist nun reif genug für die Bühne.

LAUFPASS Ausgabe I  - 2009


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