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Aktuelles

Die "Heiden" aus Austin, Texas

Debüt CD/DVD 08

Zur Abwechslung mal ein brandheißer aktueller CD Tipp, der sicher 1-2 Jahre seine Temperatur behält: Eine junge Band aus Amiland, entdeckt auf dem „Austin Music Award Festival 2007“, Texas, zur „Best New Band“ gekürt, "The Band of Heathens". Manch Einer mag nach dem Hören ihres Debüt-Albums sagen: Ok, das grooved und moved, ist melodisch abgefahren, aber letztlich auch nix Anderes als ein Mittelding zwischen The Band, Little Feat (dann aber zur besten Lowell George-Zeit), Southern rockenden Smilies und Gram Parsams. Klar, das wäre auch schon was, gäbe es da nicht noch viel mehr. Drei exzellente Gitarristen, jeder von ihnen mit einer andere Marke bestückt, jeder mit einem völlig anderen Stil beseelt, die auch noch mit ihren Stimmen Gänsehäute verteilen, solistisch wie auch im Satzgesang.

Anspieltipps: Alle!

Dezente Backline-gewaltiger Sound

Wie ist es immer mit Newcomern aus den USA auf dem Weg ins Land der Schlagerparadler, Hinterseers und DJ Ötzis, die noch keinen Hit, keine wirkliche Übersee- Referenzen anbieten können? Im Saal des Offenburger „Spitalkellers“, einer Art Kulturinitiative, verliefen sich ca. 25 Neugierige, 9 Fans, und 2 von denjenigen, die an einem Donnerstagabend nicht wissen wohin mit der halb vollen Teetasse. Aber neun Fans? Woher mögen die gekommen sein? Und das ist das Phänomen dieser ersten Deutschland-Tour der fünf Texaner: Nicht mehr gewohnte Zuschauerzahlen ließen die Konzerte bereits nach 5 Auftritten zu sensationellen Reaktionen verleiten. Was diese Groovemaschine aus Austin an den Tag legt, das hat man so in der Art hierzulande kaum gesehen, und so sind Sprüche von vollkommen sprachlosen Besuchern wie "Best Blue Rose Band ever", "fantastisch, einmalig, unglaublich", "Weltklasse" keine Seltenheit. So war es auch gestern wieder im Spitalkeller. Wenngleich es wohl die kleinste Venue mit den wenigsten Besuchern ihrer Konzertreise war, gerade das hat man der Band nicht angemerkt. Das rockte, groovte, swampte, gospelte, rootste und blueste - einfach grandios. Und gejamt wurde auch noch a la bonheur. Ist echt schwer, da den einen oder anderen Song heraus zu heben. Die sind alle erstklassig. Keine Füller oder Nummern, bei denen man hinterher denkt, das hättense weglassen können. Natürlich und organisch. Besser geht nicht.

Spitalkeller,Offenburg,05.02.09

Im Anschluss an das Konzert fehlte dann auch niemand aus dem Publikum am Merchandising-Tisch der Band. Das, was da gute zwei Stunden lang von der Bühne an spannenden Arrangements, unter die Haut gehenden Musikalitäten, feinfühligen und kraftvollen, sauber intonierten, und trotzdem sich reibenden Gesängen, und sensibler Dynamik von der Bühne kam, war keine Frage des Geschmacks. Das wollten wohl auch alle in Form von CD und DVD mit nach Hause nehmen, um dieses tolle Konzert besser verankern zu können. Wer bereit war, sich für eine kurze Zeit ins Land der jungen, texanischen „Heiden“ ,entführen zu lassen, der kam voll auf seine Kosten und musste feststellen, dass dieses Konzert so schnell vorüber war, wie der Rauch einer filterlosen Lucky Strike sich durch ein Schlüsselloch verzieht.


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