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Wie im Himmel

Daniel Dareus(Michael Nyquist)

Es gibt Filme, die lass ich auf mich einwirken, und gleich danach fehlen mir die Worte, um sie beschreiben oder analysieren zu können weil ich merke, wie mangelhaft meine Atemtechnik während des Anschauens sich durchsetzen konnte. "Wie im Himmel" ist solch ein großes Kino der absoluten Sonderklasse. Und wenn ich seine Erfolgsbilanz hier aufzähle, dann nur, um ihn noch "schmackhafter" zu machen, als er eh schon ist. Andererseits weise ich mit diesem Hinweis auch auf die Lichtspielhaus- Missstände in unserer Stadt hin. Läuft "großes Kino", dann muss man in die Hauptstadt Bremen reisen, ohne zu wissen, ob es in irgendeinem Koki noch Karten gibt. Aber es bleibt ja, dem "Himmel sei Dank", noch das gemütliche Heimkino mit allen Vorteilen und seinen DVDs. 

Start war der 20. Oktober 2005, und bis 2006 hatte er schon über unglaubliche 1.300.000 Besucher gezogen. Das war immerhin eine Oscar-Nominierung wert. Dieser gefühlvolle Streifen erzählt von einem Musiker, dessen Lebenstraum sich erfüllt, als er nach langer Irrfahrt lernt, die Menschen und sich selbst zu lieben. Ein mitreißender und humorvoller Film über das Abenteuer, sein eigenes Paradies zu finden - ein vielstimmiges und gefühlvolles Meisterwerk.

Die folgende Inhaltsbeschreibung ist also lediglich eine kleine Hilfe. Die wirkliche Hilfe gibt´s eben nur, wenn man sich den Film selbst anschaut, und das am besten gleich mehrfach, um alles zu verstehen. Und noch ein Tipp: Besser nicht allein anschauen, denn wenn der letzte Ton verklungen und der Vorhang gefallen ist, braucht man jemanden, um sich anlehnen zu können. Wer ohne diese "Schulter" auskommt, sollte sein Gefühlsleben dringend überprüfen lassen. 

Der weltberühmte Dirigent Daniel Dareus kehrt nach einem schweren Kollaps in sein schwedisches Heimatdorf zurück. Eigentlich wollte er sich von der Welt zurückziehen, doch als er das Amt des Kantors antritt, findet er über seine Leidenschaft für die Musik auch zu den Menschen zurück. Bei seiner Arbeit mit dem bunt zusammengesetzten Chor der kleinen Gemeinde entfaltet sich vor ihm allmählich ein ganzer Mikrokosmos menschlicher Sorgen und Nöte, und er ist überglücklich, als er erkennt, dass er mit Hilfe der Musik einen Weg in die Herzen der Anderen findet. Das ist die Erfüllung seines Traums, mit dem er vor Jahrzehnten aus dieser Gegend aufgebrochen war...

Er kehrt zurück in das kleine schwedische Dorf, in dem er einen Teil seiner Kindheit verbracht hat, bevor er mit 14 Jahren seinen Künstlernamen annahm. In der Weite der winterlichen nordschwedischen Landschaft sucht er nichts weiter als Ruhe und Abgeschiedenheit. Als er zum ersten Mal in den unberührten Schnee vor seinem neuen Zuhause tritt und in die Stille horchen kann, jubelt er förmlich vor Glück. Deshalb ist er hierher gekommen: um zu „hören“, um der Stimme der unberührten Natur zu lauschen. Doch die Brutalität, mit der Conny, der Bauer des Ortes, gleich darauf in unmittelbarer Nähe seines Hauses ein weißes Kaninchen tötet, das Daniel eben noch verzückt durch sein Küchenfenster beobachtet hat, bringt ihn schon allzu bald auf den Boden der (Dorf-)Realität zurück.

Der Chor Im Anfangsstadium

Die Neugier der Dorfbewohner und ihre großen Erwartungen an den berühmten Gast zwingen Daniel schon bald dazu, am Leben der Gemeinde teilzunehmen. Und als er mit dem vernachlässigten, aber begeisterungsfähigen kleinen Kirchenchor in Berührung kommt, erwacht plötzlich wieder seine Leidenschaft für die Musik. Er bewirbt sich um das Amt des Kantors und stürzt sich voller Eifer in seine neue Aufgabe. Dabei schreckt er vor unkonventionellen Methoden nicht zurück, um die musikalisch ungebildeten und gehemmten Chormitglieder aus der Reserve zu locken und ihnen ein Gefühl für ihre natürliche Begabung zu vermitteln. Sie absolvieren ein Körper- und Entspannungstraining, bei dem sie sich – was sie sonst immer sorgsam vermieden haben – gegenseitig berühren. Und sie üben gemeinsam so lange, bis jeder Einzelne von ihnen seinen eigenen, individuellen Ton gefunden hat.

Ich könnte unendlich weiterschreiben, würde nie die richtigen Worte finden weil ich zu beeindruckt war, und mangelnde Kontrolle über ein aufgewühltes Innenleben mir auch Tage danach noch deutlich meine Grenzen aufzeigte. 

Ein bewegender Film über die Kraft der Musik!
Genau das richtige Kinoprogramm für erkaltete Herzen, denn bei diesem Film kann einem einfach nur warm um die Lebensmaschine werden. Natürlich genau so ein Film für Jedermann, der noch gar nicht gemerkt hat, dass ihm durch Alltagsstress etwas abhanden gekommen ist, oder der einfach nur eine Achterbahnfahrt durch seine Seele genießen möchte. Ein grandioses Stück Gefühlskino vor der Kulisse der herb-schönen Landschaft Nordschwedens. Mit viel Liebe für seine Figuren erzählt der Regisseur Kay Pollak eine Geschichte, so schön, wie sie das Leben niemals schreiben kann.


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