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Rotte Chora - die Melancholiker

Rotte Chora - zivilisoliert

Von der 1990er Urbesetzung der „Rotte Chora“ sagt man, sie sei eindeutig dem Punkrock zuzuordnen, Musik einer Jugendkultur, die Mitte der 70 in New York und London entsteht, einer Subkultur, die Ablehnung so genannter „bürgerlicher Werte“ und staatlicher Richtlinien verdeutlicht und das Auflehnen dagegen bestimmt. Allerdings auch typisch für radikale Selbstvermarktung, der die heutige Besetzung des Quintetts treu geblieben ist.

Seit dem Frühjahr 2002 besteht die aktuelle Formation der „Rotte Chora“ mit Stephan Barkhausen am Bass, Ralf Hülper am Mikrofon und hin und wieder an den Tasten, Andi Ringel an der Gitarre, Sven Reiner (Gitarre) und Andi´s Bruder Michi am Schlagzeug. Sie mögen keine Schublade, überlassen es ihren Fans, wo ihre Musik einzuordnen ist, wenn das überhaupt sein muss. Damit sie bei Interviews aber etwas angeben können, wenn man sie danach fragt, und niemand glaubt, sie wären auf der Schiene von Britney Spears und Co. KG angesiedelt, ist der Begriff „melancholischer Rock“ durchaus vertretbar. Die Texte, vorwiegend muttersprachig verfasst, gehen in ihrer Thematik vorwiegend auf die sozialen Probleme und Fragestellungen der Jetztzeit ein. Aus diversen Themen zusammen gebastelt und auf einen Nenner gebracht, lassen sie zwischen den Zeilen genügend Freiräume, um den Hörer dahin fliegen zu lassen, wo dessen Meinung einen eigenen Landeplatz finden kann.

Die Musik, authentischer Kniegas-Rock, da bleibt kein Auge trocken, hart am Wind, der über den Deich bläst. Und da, wo die Luft sich staut, hat sie keine Zeit in Blasen aufzusteigen. Der Faktor Energie spielt eine deutliche Rolle, und wenn’s nach verbrannter Galle riecht, dann ist das ganz sicher spürbare Melancholie auf heißem Grill gedreht. Mitte der 90er erscheint ihre erste LP, „Highway to Hellgoland“, verkauft sich bestens und geht recht schnell an den kultigen Liebhaber. Erst zehn Jahre später veröffentlichen die Mannen um Texter Michi Ringel ihr hart erarbeitetes zweites Album, wieder „echt Vinyl“, obwohl dieses Medium eigentlich nur noch bei HiFi-Verrückten angesagt ist und als luxuriöser Erwerb gilt. Das brandneue Produkt „Zivilisolation“ kommt nun allerdings auf einem Silberling in die Verkaufsregale (Record Bar, Bremerhaven), ist im Rock Cyclus zu haben und am Bauchladen bei ihren Konzerten.

Was ist anders an „Zivilisolation“? Die einhellige Meinung der Macher: “Die neue Scheibe ist eine unvermeidbare Steigerung, ohne den Rahmen der vorigen Scheiben zu sprengen. Wir sind eben wir und als Einheit unserem Stil treu geblieben, haben aber auch erkannt, dass weniger häufig mehr ist, und daraufhin soundtechnisch fortlaufend reduziert. “Der nachvollziehbaren Spielfreude hat das keinen Abbruch getan. „Rotte Chora“ nutzt ihre ureigene spezielle Methode, wenn es ums Komponieren geht. Bei den Proben im Rock Cyclus Haus wird sich erst einmal nach allen Regeln der Kunst in einer Session „warm gespielt“. Diese wird mitgeschnitten, und daraus entstehen neue Lieder. Manchmal läuft das bestens, und wenn nicht, dann wird weiter probiert. Überall im Raum liegen Textideen auf Zetteln rum, und ein in etwa zur Musik passender ist meistens schnell gefunden. Es kommt also niemand mit einem fertigen Titel, alles wird gemeinschaftlich arrangiert. Frei nach dem Motto: „Alles immer selbst, alles immer kreativ!“ gestalten die Bremerhavener auch ihre Alben-Cover in langen Nächten nach eigenen Vorstellungen. Sie wollen Spaß, sie tun es aus Spaß, und sie haben Spaß, selbst wenn sich hin und wieder Verwunderung breit macht, welche Titel das Publikum favorisiert entgegen ihrer eigenen Wahl. Wer „Rotte Chora“ am 09. Mai im „Muckefuck“ verpasst hat, der sollte die Möglichkeit, sie beim „Musikfest im Bürgerpark“ am Sonntag, 21. Juni, ab 18:30 Uhr auf einer der Bühnen zu erleben, nicht auslassen. One, two, three, four, und rein ins Vergnügen.

Kontakt:  http://www.myspace.com/rottechora

 

oder per E-Mail:           rotte.chora@freenet.de

 

 

Laufpass Ausgabe II 2009


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