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Fucking in Champagne

Warten auf Scarlett Johannsson

Es ist Montag, der Tag, den ich zwar etwas lieber mag als den Sonntag, weil er dem kommenden Wochenende näher ist, aber ansonsten so attraktiv daher kommt wie eine entwurzelte Broccoli. Irgendwie bin ich auf Krawall gebürstet und überlege, wie ich als vernarbter Rock Veteran ein Gespräch mit einem Haufen Badewannen Cowboys führen soll, die mir nach 45 Jahren Rock am Stecken allein vom Namen her schon über sind:

FUCKING IN CHAMPAGNE. Also fass ich mich kurz und lass sie einfach kommen.

GBM: Wie kennen gelernt und wann gegründet?

FiC: Die Bandgründung wurde 2008 im Zuge eines Messeauftritts beim Musikfestival „rumble in the jungle“ im Zentralsenegal beschlossen. Die Bandmitglieder kannten sich gegenseitig schon aus verschiedenen Fernsehserien, waren also Fans voneinander. Menschlich versteht man sich nur wenig, aber das ist eigentlich egal, so lange die Musik nach vorne an den Bühnenrand drängt wie ein Tanker.

GBM: Welche Musikrichtung/Stil?

FiC: Untergrund Virgin Hardcore. Unsere Musik ist eine zarte Blüte, die auf den Schnellen eines wilden Baches tanzt und fast zerrissen wird. Die Musik ist auch in ruhigen Momenten immer nervös, geprägt durch den Drang der Verwirklichung und das Sendungsbewusstsein, das man mit Mitte Anfang 20 verspürt und entwickelt. Es geht darum, etwas Eigenes zu schaffen, einen Abdruck zu hinterlassen, auch im Gesicht und im Geist des Hörers. Unsere Musik findet sich zwischen Stonerock, Punk, Pop und Epos wieder. Repetition is a failure (frei übersetzt: Repetieren ist ein Fehler, sag das dem dummen Hund!).

GBM: Besetzung, Namen, Instrumentierung?

FiC: Die typische Rockorkestar, zwei Gitarren, Bass und der dumme Drummer. Cristobal(Führergitarre), Giovanné van Hengst (Trommel), Alain(Schlaggitarre, Hals, Hass), Karsten Midnight(Hals, Hass, Schlägergitarre).

Wer lässt den Champagner ein?

GBM: Wie seid ihr zu dem Namen gekommen?

FiC: Der Name an sich sagt Dekadenz aus.Man kann sich auch nicht wirklich eine Musik dahinter vorstellen, und das ist gewollt. Bevor wir uns FUCKING IN CHAMPAGNE genannt haben, hörten wir auf den Namen <<Brutal Kids Of The Promised Future>>. War uns dann aber langfristig zu plakativ und klang auch zu gewollt.

GBM: Wer schreibt-wer textet, und um was geht es in den Texten?

FiC: Die Texte kommen aus den Hälsen. Liebe, Liebe, Liebe, seelischer Nudismus, Wasserhahn der Zeit, coming of H.Blitze. Divisionen der Lust sprengen Grenzen. Dada, Kacka. Das kunstseidene Mädchen.

GBM: CD Releases?

FiC: Wir planen für Ende November unsere erste CD aufzunehmen. Wir haben bisher nur selber mit einem kleinen BOSS BR 900 aufgenommen. Das entspricht aber nicht mehr der Ästethik, die wir in Sound und Form der Musik anstreben.

GBM: Auftritte/Referenzen?

FiC: Wir waren in diesem Jahr Vorband der allmächtigen <<...and you will know us by the trail of dead>> und der sexiest Band on Earth <<les suprêmes dindes>>. Breminale war auch süß.

GBM: Gibt es die eine oder andere Anekdote?

FiC: Am Ende einer langen Nacht wurden wir brutal zusammengeschlagen, weil wir lauthals unsere Lieder in den Straßen Bremens sangen. Blut und Emotionen spritzten.

In unserem alten Proberaum hatten wir mal über mehrere Monate einen Obdachlosen wohnen. Wir haben ihn mit Frikadellen gefüttert. Er hat sich oft über unseren unerträglichen Gestank beim Proben beschwert. Wir sind dann irgendwann ausgezogen.

GBM: Zukunftspläne?

FiC: BRAVO frug an, wie sieht es mit der FUCKING IN CHAMPAGNE Foto-Lovestory aus. Wir dachten sehr lange nach und schlugen dann sofort zu. Wenn wir sterben, erwarten wir 1000 Jungfrauen im All.

GBM: Was tut ihr für eure Karriere?

FiC: Wir proben ein bis zweimal die Woche im Rockcyclus oben hinten links. Die Proben sind end- und topless.

Fragen von FUCKING IN CHAMPAGNE an FUCKING IN CHAMPAGNE:

Hört man eure Musik, hat man gleich Bilder von Traumfrauen vor Augen, beispielsweise, Scarlet Johannsson. Wie macht ihr das nur?

Antwort: Das ist lustig zu hören. Als ich letztens mit Scarlett telefonierte, sagte sie etwas ähnliches. Es sei für sie so, als würden wir mit unserer Musik wie mit Händen ihren Körper nachzeichnen. Sie fühlt sich von niemandem so verstanden wie von uns.

 

Es ist Dienstag. Ich bin dem Wochenende näher.

VÖ im Laufpass Ausgabe IV 2009


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