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Aktuelles

Nina Morgenroth - Goldkehlchen

Wer immer die letzten drei Sängerwettstreite im Columbus Bahnhof oder der Stadthalle mitbekommen hat, der weiß alles über Nina Morgenroth, nämlich, dass sie eine gnadenlos talentierte Sängerin mit einer rauchigen Röhre ist, die sich auch noch bestens zu verkaufen weiß. Dreimal hintereinander den ersten Platz bei einem jährlich wiederkehrenden Wettbewerb zu belegen, das ist schon außergewöhnlich und beweist Qualität. Musik ist ist ihr Leben, ihr Ein und Alles seit dem 6. Lebensjahr.

Inzwischen kennt man die Bremerhavnerin auch in Venedig, wo sie 1993 in einer Karaoké-Bar sang, und eine bleibende Erinnerung hinterließ. Aber gut, der Reihe nach, denn wer sein Publikum dermaßen begeistern kann, der muss bei allem Talent auch etwas dafür getan haben. So beginnt ihr musischer Lebensweg im Leherheider Folk-Treff, wo sie schon als Kind in Annegret Puckhabers Kindermusicals auftritt. Das aber in einer Phase ihrer Kindheit, da hat selbst Janis Joplin noch nicht darüber nachgedacht, je ein Mikrofon in die Hand zu bekommen. Und die 1970 verstorbene, amerikanische „Me and Bobby Mc Gee“-Sängerin ist immer noch eins von Ninas Vorbildern. Dass Ina Müller und Anne Haigis auch zu ihren Favoriten zählen, passt zu ihrem Musikgeschmack, auf den sie sich nicht eindeutig festlegen will. Die Frontfrau von Nimm´s Leicht, hin und wieder auch bei den Bremern von Crossfire ganz vorn, singt alles, was sich gut hören lässt, hört alles, was sich gut singen lässt. Ihre Fans sagen: „Nina braucht keinen Verstärker!“

Die Band - Nimm´s leicht

Im zarten Alter von 7 Jahren bekommt sie eine Gitarre zu Weihnachten von ihren Eltern, die ihr auch zwei Kurse im damaligen Folk-Treff finanzieren. Weil Nina keinen Bock auf aktiven Fußball hat, wählt sie sich im Rahmen einer Arge das Musizieren in der Schulband. Bis heute sind ihre Träume, einmal professionell arbeiten zu können, zwar noch nicht in Erfüllung gegangen, aber die Tendenz ist positiv. Diverse Projekte liegen hinter der 33jährigen, in denen sie Erfahrungen sammeln konnte. Über musikalische Arbeitslosigkeit beklagt sich die junge Künstlerin nicht. Bremerhaven sei zwar nicht unbedingt das geeignete Pflaster, um „groß raus zu kommen“ (eher aus dem Geschäft), weil die hiesige Szene nicht genügend Beachtung findet, Auftrittsmöglichkeiten rar gesät sind. Aber die Aktion „Stoppt das Bühnensterben“ des Rockcyclus e.V. Bremerhaven mache ihr Mut, dass vielleicht doch noch mal etwas in Sachen Nachwuchskünstler, Rockmusik und Kultur passiert. Bis dahin wird im stillen Kämmerlein gebastelt, ob nun an eigenem Material oder dem anderer Bands, von denen sie immer wieder eingeladen wird.

Wie viele andere talentierte Mädchen, träumt auch sie von einer Karriere als Superstar, bleibt dabei aber realistisch. „Heutzutage ist weniger die Stimme als das Aussehen gefragt“, bringt Nina es für sich auf den Punkt, „und da habe ich mich ja schon immer dem Mainstream widersetzt.“ Die nahe Wirklichkeit sieht aber so aus, dass es ihr für den Moment reichen würde, einen musikalischen Heimathafen zu finden, ein Projekt, bei dem sich nicht alle „5 Minuten“ etwas ändert, und bei dem die Musik im Vordergrund steht. Damit dann einen kleinen „Durchbruch“ zu schaffen, das wäre schon was. So lange aber bei jeder größeren Veranstaltung in der Seestadt immer wieder dieselben Bands verpflichtet werden, oder vorwiegend welche aus anderen Städten, weil das im Vorjahr schon prima funktioniert hat, sieht sie die Chancen für sich und ihre Band minimiert. Musiker sind kreative Menschen, das Aushängeschild einer Stadt, sagt sie, wollen auf die Bühne, ihre Botschaft verbreiten.

Es gehört also viel Geduld und eine enorme Portion Idealismus zu diesem Hobby Musik,dessen Weg eine steinige Straße ist, allerdings immer schon war. Wenn man sich also an dem Spruch „nur die Harten kommen in den Garten“ orientieren will, dann ist Nina Morgenroth bald auch noch eine hervorragende singende Gärtnerin; denn Ausdauer und Fleiß gehören zu ihren Stärken, wie ganz sicher auch die unverkennbare Stimme und ihre ausgezeichnete und selbstbewusste Bühnenpräsenz.

„Und ich wünsche mir immer noch, wenn auch nur insgeheim, dass sich statt der Bhs weiblicher Fans, endlich mal eine Boxershorts eines männlichen Verehrers auf die Bühne verirrt!“

 

Auch im Laufpass - Ausgabe II 2010-


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