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Little Ocean Band - mit dem Kazoo auf Entenjagd

Ralf (links) Holger (rechts)

Wenn man Ralf Söhn und Holger Rohr von der Little Ocean Band auf der Straße begegnet und ihnen mit der Frage kommt, hey, spielst du nicht in der kleinsten Big Band der Welt, oder, na, machst du noch Musik?, dann kriegen sie Ohren wie Rhabarberblätter und das nicht nur, weil sie ihre eigenen Witze besser finden. Beide sind Urgesteine der Bremerhavener Musikszene, kommen aus verschiedenen Startlöchern und arbeiten seit 1982 zusammen. Ihre Auftritte sind individuell und erinnern manchen Zuhörer an Muskeln im Körper, von denen sie gar nicht mehr wussten, dass sie dort welche haben. Spaß zu haben ist immer noch in, und genau da packen die Beiden den Rock beim Zipfel, und Rock und Blues sind seit einer Ewigkeit ihr Metier.

Ralf Söhn ist eigentlich Schorsch Blaumann Keiler (nicht zu verwechseln mit dem im nördlichen Landkreis beheimateten Schollen-Schorsch von der Dorumer Krabbenflaute) und Holger Rohr war immer Holger Rohr. Zusammen sind sie seit 2002 die Little Ocean Band, entstanden aus Shanty 2000, und sie haben Spaß daran, jeden Quadratzentimeter des Bodens, auf dem sie agieren, in ihrem ureigenen Takt wackeln zu lassen. Das überträgt sich blitzschnell auf ihr Publikum, ist selten gut für den Getränkeumsatz, weil das frisch Gezapfte im abgestellten Glas warm wird, da es während des Konzerts in Vergessenheit gerät. Da ist Begeisterung im Spiel und keine gespielte Begeisterung. Fragt man sie nach ihren Träumen und Vorbildern, sagen sie wie aus einem Guss: „Haben wir nicht!“ Wieso nicht? Okay, private Träumereien in den eigenen vier Wänden passieren, aber Vorbilder? Stimmt, sie sind nicht mit jemandem zu vergleichen, den sie sonst noch kennen.

Wenn Holger gekonnt seine Gitarre strummt und dazu singt, Ralf seine Percussion-Sektion zum Rasseln bringt, dabei seine Bluesharp klagen lässt oder mit dem Kazoo auf Entenjagd geht, dann ist das auf eine Art schon einzig, ganz bestimmt aber nicht artig. Das bringt ihnen auch hervorragende Referenzen, erinnert man sich an ihren überzeugenden Auftritt im Vorprogramm von Middle of the road, oder als Anheizer im Rahmenprogramm für die kalifornischen Rocker von ToTo. Das Repertoire? Nenn es, sie können´s. Ihre gängigen Ohrwürmer sind ansteckend. Und dann passiert es auch schon mal, dass man sie nach eigegen Songs fragt. Holger komponiert das, was Ralf textet („Bremerhaven ist eigentlich schön“, CD 2003), und meistens geht das sofort im Heimstudio auf CD und dann auf die Bühne. Im letzten Jahr wurde ihr Sampler „Das Beste der letzten 7 Jahre“ veröffentlicht. In diesem Jahr veröffentlichen sie sich selbst zur besten Promenierzeit auf der Hauptbühne der SAIL (Freitag, 27.08., 14:30-17 Uhr).

Da liegt die Frage nahe, was bevorzugt solch ein Zweimann-betriebenes Orchester: Clubs oder große Bühnen? Beides hat was, sagen sie. In Clubs ist man manchmal so nah am Publikum, dass einem der Angstschweiß vor einer nahenden Welle der Begeisterung schon die Tränen in die Augen treiben kann. Auf der großen Bühne schießt das Adrenalin an die Grenze des Pegels. Das wiederum lässt die Motoren auf doppelte Umdrehungszahlen kommen und man muss aufpassen, dass man nicht abhebt. Bleiben da überhaupt noch Wünsche offen? Oh ja, sicher! Einmal im Vorprogramm der Beatles auftreten, mit deren Musik sie groß geworden sind, oder auf einer Party von Donald Trump den Keiler rauslassen und vielleicht noch Musik machen zu können, bis sie am Krückmann gehen. So gemischt wie ihre Vorstellungen ist auch ihr Publikum. Da sind diejenigen, die jeden Kratzer ihrer Oldie Sammlung mitsingen können und so junger Nachwuchs, der ihre 60er und 70er Mucke für brandneues Zeugs hält. Am Ende des Tages aber gehen alle einehakt mit einem wohlig entspannten Gefühl nach Hause und haben den nächsten Termin der Little Ocean Band auf ihrem Zettel und das letzte Lied auf den Lippen.

Kontakt: Ralf Söhn - 04744/3909 


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