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Daniel Blancke - die Stimme

Daniel B. und Nibbl Niemeyer

Er ist einer der wenigen Sänger, den man aus den Fischer Chören problemlos heraushören könnte, und dessen Statur man ansehen kann, da ist viel Platz für sein Instrument, die Stimme. Daniel Blancke ist Musiker aus Passion, das Singen ist nur sein Hobby, wenngleich er sich auf dem Gebiet noch viel mehr engagieren möchte. Da ist soviel Seele in der angeborenen Reibeisenstimme, dass sich Soulmusik als das perfekte Genre fast aufdrängt. Und genau da ist er auch am Mikrofon zu finden, bei den Bremerhavener Re-Commitments. Es besteht sogar ein bisschen Ähnlichkeit mit dem irischen Frontmann aus dem gleichnamigen Film (lässt man das Re- weg).

 

Durch seine Familie ist Daniel musikalisch vorbelastet, die dafür sorgt, dass ihr Sohn schon sehr früh mit Musik in Berührung kommt. Diese musikalische Früherziehung bietet ihm die vortreffliche Möglichkeit, sich beim Gitarren- und Gesangsunterricht nach Herzenslust auszutoben. In der Schule allerdings fehlen qualifizierte Lehrkräfte, um ihn weiter nach vorne zu bringen. Viel zu schade, ein solches Talent einfach verkümmern zu lassen, findet der Förderverein Pro Musica, und nimmt sich seiner an. Fortan bekommt der junge Blancke alle notwendige Förderung, wie Gesangstechniken und Atemübungen, in der Musikschule Beck. Aber Gold aus heißer Kehle fließt da nicht.

Der heute 40jährige ist Realist. An erster Stelle kommt der Beruf, und um als Sänger erfolgreich zu sein, braucht er eine Band, die auch Auftritte hat. Die sind bei den Re-Commitments aber Mangelware. Ein großes Manko, das gewiss nicht an der Qualität dieser hervorragenden neun Musiker liegt, eher an fehlenden Engagements. Anders geht es auch seiner Zweitband PlanBb nicht. Um sich überhaupt mal wieder in der Öffentlichkeit zu präsentieren, lässt er sich überreden, am lokalen Sängerwettstreit im Columbus Bahnhof teilzunehmen und belegt auf Anhieb den ersten Platz. Die Konkurrenz freut sich weit hinter ihm.

In Tobias Döhl findet der stimmgewaltige Bremerhavener dann einen fähigen Mann am Klavier, mit dem er 2008 bei einem einzigartigen „Weihnachts Special“ ein begeistertes Publikum in überschwängliche Stimmung versetzt. Ein überzeugender Beweis, dass Daniel mehr drauf hat als nur Soul und Funk zu interpretieren. Doch auch da ist niemand im Publikum, der ihn und seine Vielseitigkeit entdeckt. Fehlt vielleicht nur der richtig Titel, der seiner außergewöhnlichen Stimme gerecht werden könnte, oder muss er die Grenzen seiner Stadt überschreiten, wie einige Andere vor ihm, um sein Glück zu probieren?

Ein ehemaliger Arbeitskollege, selber Gitarrist, Sänger, Texter und Komponist, startet einen Versuch. Eine Ballade wird in englischer Sprache produziert, die leider bei keiner Plattenfirma Zuspruch findet. Wieder nichts, das den Pfeil nach oben zeigen lässt für diesen sympathischen Troubadour, bei dem man gerne auch mal die Augen schließt und ihn erzählen lässt. Herrlich, wie sich Songs erst bei einer gewissen Atmosphäre oder in einer bestimmten Laune entfalten. Und Daniel hat das Zeug, den Zuhörer genau dorthin zu entführen. Vielleicht ist ihm Fortuna noch einmal hold wie damals bei der Gründung seiner ersten Band, die zwischen einem Klassenausflug und der ersten Schulpause entstand, damals, als alles anfing. Zu wünschen ist es ihm, ganz besonders in einer Zeit, da digitaler Dumpfbackenbeat einen sensiblen Lauscher zum Vollpfosten mutieren lassen kann, und hoch gezüchtetes Geknödel immer noch die Märkte mit sozialen Lamenten künstlich befruchteter Dieszeit-Poeten in fremder Sprache überschwemmt. Aber Bremerhaven sucht keinen Superstar, und die Medien nehmen den, der ihnen vom Herrn der 48-Kanal Mischmaschine als Meisterwerk der Einfallslosigkeit präsentiert wird. Wo sind die Talent Scouts der 70er Jahre hin, die einen Mann wie Daniel Blancke mit echter, vor allem eigener Stimme, die Chance geben, die diesem Künstler zusteht? Zwei der alten „Rock´n ´Roll“-Garde, Nibbl Niemeyer und G.Bee nehmen sich seiner an, laden ihn ein, ihren Titel „In Bremerhaven“ für die Laufpass-Ausschreibung „Gib uns dein Lied“ zu singen. Schaun mer mal, was da im Spätherbst 2010 auf Scheibe kommt.


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