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Raze - mit dem Wow-Effekt

Flo Meyer ist RAZE

Was war zuerst da, Henne oder Ei, Punk, Rock n Roll oder Hip Hop?

Eine nicht ganz ernst zu nehmende Frage für die Einen, wenn sie zum Frühstück mit dem Löffel ins Gelbe des Gelegten vorstoßen. „Wir“ sagen die Hip Hopper, geht es um unbegrenzte Freiheit und die Anforderung originell zu sein und den Rhythmus der Musik mit ihrem Rap zu treffen. Und das nicht erst seit Beginn der 70er Jahre, in denen nur die Ursprünge der musikalischen Kultur der US Afrikaner liegen. Lange vorher schon waren die afrikanischen „Griots“ (Geschichtenerzähler) unterwegs und „rapten“ ihre Nachrichten, weil 90% der Bevölkerung weder schreiben noch lesen konnte.

Die Geschichte von „Raze“, einem 23jährigen Bremerhavener Ausnahmetalent, beginnt mit seinem unbändigen Interesse für den amerikanischen Rap von Ice Cube und Dr. Dre. Sein Bruder legt ihm Sammy de Luxe aus Hamburg in den Spieler, der da drin bleibt, bis man die andere Seite der Scheibe durchhört, und der „neue“ deutsche Rap aus Berlin von Kool Savales ihn fasziniert. Für Florian Meyer (aka Raze) ist der Rap nicht nur Lebensstil, Jugendkultur, sondern auch Therapie. Er beginnt selbst zu schreiben, und mit Kumpel Chino geht es an die ersten eigenen Produktionen. Fühlt er sich schlecht, wird es eine traurige Nummer, geht ’s ihm blendax, soll die ganze Welt das auch erfahren. Natürlich muss man sich in die Technik, ein zu Beginn doch recht kompliziertes Aufnahmeprogramm, erst einmal reinfummeln. Was aber den siechenden Nerv immer wieder zu neuem Leben erweckt, sind Ausdauer und grenzenlose Liebe zum Projekt. Freundin und Freunde leiden unter seiner Arbeitswut, wenn er sich wochenlang absetzt und wie besessen an seinen Songs bastelt. Als die Eltern dann endlich auch erfahren dürfen, was er da so im Geheimen treibt, unterstützen sie ihn, wo sie können. „Cool“, sagt er.

Er weiß, gerade für Künstler im Hip Hop ist es heutzutage äußerst schwierig Fuß zu fassen.

Die Konkurrenz ist groß, und manchmal kommt es ihm so vor, als würde jeder Zweite in seinem Alter rappen. CDs, die heute erscheinen, sind morgen schon wieder veraltet. Dennoch, Florian hat sich fest vorgenommen, seinen Traum, einmal in einem „richtigen“ Studio mit professionellen Produzenten aufzunehmen, ganz zu Ende zu träumen. Seine EP „Unerreichbar“ ist inzwischen erschienen, ein aufwendiges Video zu einem der Titel in Eigenregie abgedreht (www.myspace.com/razebhv), um das Mixtape zu promoten. Der Song steht für ihn sofort fest - "Hoffnung" - zusammen mit der in seinen Augen außergewöhnlich talentierten Sängerin Cat G. Und es gibt tatsächlich den „Wow-Effekt“! Innerhalb eines einzigen Tages rauscht das Ding bei Youtube unter die Top 100 der meist gesehenen Musikvideos der letzten 24 Stunden auf Platz 51!

Vieles wäre einfacher, gäbe es mehr Veranstaltungen in der Seestadt, die jungen Talenten die Möglichkeit bieten würden, auf der Bühne zu stehen. Dafür fehlt es nicht nur an Veranstaltungsorten, es ist auch nicht mehr angesagt, zu Konzerten mit „No Name“-Künstlern zu gehen, glaubt Florian. Da kommt die Laufpass-Aktion „Gib uns dein Lied“ gerade richtig, weil dadurch auch unbekannte Musiker und Bands die Chance erhalten, sich einem größeren Publikum zu präsentieren. Eine Band braucht er nicht, was für sein Genre auch eher untypisch wäre. Raze hat aber ja seinen Freund Chino, mit dem er vorwiegend zusammen auftritt und Erfolge feiert, auch wenn sie sonst getrennt arbeiten. Langeweile ist für Beide jedenfalls ein Fremdwort. Untypisch ist allerdings sein Musikgeschmack, wenn sich hin und wieder in den eigenen vier Wänden eine Schaffenspause breit macht. Da könnten die Nachbarn sich kostenlos mit Independent-Punkrock aus Amiland, aber auch R´n´B und Dance, eben die Musik, die man auch in Clubs hört, anfreunden, gäbe es nicht Kopfhörer. In seinem bemerkenswert gelungenen Beitrag für die Bremerhaven CD macht Raze musikalisch und textlich eindrucksvoll deutlich, dass er sich hier an der Weser sehr wohl fühlt. So ist es gerade der Rap, der ihm erlaubt, auf einfache und künstlerische Art seine eigene Meinung zu äußern, sich darzustellen. Raze nutzt diese Möglichkeit, seine Persönlichkeit auszudrücken, indem er in alles, was er tut, sein Herzblut einfließen lässt. Perfekt unperfekt. Es lebt.

Kontakt:  

ironstorm4life@freenet.de

 


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