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Blooz - von 4 auf 1

Der Macher - von 4 auf 1

Sponsored by Opa“! Was in den 80ern als Sticker hinten auf vielen Autos prangt, Rapper Mark Bortey hat es sich unsichtbar ans Klavier gebappt. Auch für den dazu gehörigen Unterricht am Tasteninstrument macht der Großvater sich stark, der selbst Pianist war. Dabei wollte Mark gar nicht zum Herrn über die schwarzen und weißen Tasten werden, im Grunde am liebsten gar nichts mit Musik zu tun haben. Das Gesinge in der Schule nervt ihn, seine Zeugnisnote in diesem Fach ist die schlechteste, und das Orgelspiel, das seine Mutter ihn lehren will, geht ihm total gegen den Strich. Lieber beißt er in den sauren Apfel und ergibt sich dem Gesangsunterricht der Mutter. Dann die unvorhergesehene Wende. Er und sein jüngerer Bruder Daniel bekommen den „Job“ als Frontsänger im Chor der Gemeinde, und mit einem Mal entwickelt sich die Liebe zur Musik wie von allein. Und das findet Mark „hip“.

Plötzlich geht alles sehr schnell. Mit 12 Jahren bekommen er und sein Bruder Klavierstunden, und Mark erkennt, wie ihm das Instrument hilft, Freude zu empfangen, Spaß zu haben, aber auch Aggressionen abzubauen. Klassik, Jazz und der Blues werden seine ständigen Begleiter, und durch die christliche Erziehung im Elternhaus hat er den Gospel schon früh gepachtet. Alles zusammen wird für ihn im Hip Hop vereinigt, und der Rap zeigt ihm Wege und den größten Spielraum, losgetretene Gedanken mit Leichtigkeit in Worte zu fassen. Auch wenn in der Schule dieses Genre nicht behandelt, geschweige denn, unterstützt wird, was Mark sehr bedauert, seine Note klettert von 4 auf 1. Zu Hause wird das Wohnzimmer der Eltern zum Proberaum, und jeder mag sich nun selbst vorstellen, was die Mutter nebenan in der Küche täglich über sich ergehen lassen muss – das Anfangsstadium eines kühnen, pianosierenden Schlagzeug-Duos mit verbaler Rap-Power. Aus Mark wird „Blooz“, wie davor schon aus Daniel „Rejazz“ wurde.

Die Brüder wissen, es bringt nichts, mit verschränkten Armen vor dem Fluss zu sitzen und aufs Wasser zu schauen. Man muss die Angel auswerfen, um den Fisch zu fangen. Nach diversen Versuchen in Bands mitzuwirken, machen sie sich unabhängig, indem sie ihre „Beatz“ in dem Studio eines Bekannten produzieren, und sich als Blooz&Rejazz im Handumdrehen einen klangvollen Namen im norddeutschen Raum erarbeiten. Zu den Erfolgen zählen auch dutzende von Auftritten mit DJ Bob Fader oder der „We Burn Connected“ Hip Hop Crew.

Dem 1975 im Kurort Bad Oeynhausen geborenen Mark, musikalisch weit entfernt vom so genannten „Mainstream“, macht es riesigen Spaß, sein geliebtes Genre an Kinder und Jugendliche weiter zu geben, indem er ihnen Texte und das dazu gehörige Rappen nahe bringt, 2005 eindrucksvoll Hip Hop an Schulen, Kitas und Freizeitstätten unterrichtet.

Dass er dadurch nun täglich mit der Musik konfrontiert wird, sie den größten Teil seines Lebens einnehmen würde, hat er nicht zu hoffen gewagt. Sein ursprüngliches Hobby entpuppt sich als Berufung, die wird zum Beruf. Seine eigenen Kompositionen allerdings treten in den Hintergrund. Die Zeit, täglich mindestens einmal eine Stunde am frisch erworbenen Klavier zu proben, lässt „Blooz“ sich aber nicht nehmen. Endlich wieder im Besitz seines Kompositionswerkzeugs, will er sich auf sein erstes Soloalbum „Bonschen“ konzentrieren. Die Planung ist großzügig. 2012 soll es als Vinylscheibe für Plattenspieler veröffentlicht werden. Für die „Gib uns dein Lied“ CD des Laufpass mit ausschließlich Songs über die Seestadt, hat sich der Bremerhavener gerade mit einer bemerkenswerten „Stimme und Klavier“- Nummer eingebracht.

Ab diesem September (2010) können Schulen oder andere Einrichtungen ihn als Erzieher für musikalische Erziehung einstellen. „Blooz“ hat sich auf den musisch pädagogischen Bereich ausgerichtet. Rap-Unterricht, der damit verbundene Reimrhythmus, ist dabei seine Spezialität. Inhaltlich muss es nicht immer um Migrationsprobleme, Rassismus oder Unterdrückung drehen. Die kleinen Alltagssorgen oder Freuden, mit denen Kinder sich auseinandersetzen, können durchaus den kreativen Prozess beim Texten unterstützen. Und wenn dieser Sommer zum Herbst wird, möchte er gern wieder sein Talent am Klavier in einer Band einsetzen, oder, wie bereits geschehen, bei der Band Indian Summer aus dem Rockcyclus Haus rappen. „Blooz“ kann dabei auf ein großes, direkt abrufbares Reimrepertoire zurückgreifen oder den Freestyle wählen. Das Restrisiko des vergessenen Textes könnte er dabei in der nächsten Zeile immer noch mit den erlaubten Sätzen abschließen: „Sorry, das hat sich jetzt mal nicht gereimt. So ne Sch…e! Aber ihr wisst ja alle, wie ich heiße!“

 

Kontakt:              auch im Laufpass (Ausgabe August 2010)

Mark Bortey - 0175-2448180

email: blooz@blooz.de

webseite: www.blooz.de


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