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Bennson - ich war ma ne Ein-Mann-Show

Der Bennson

Lautes Stimmengewirr dringt an Bennys Ohr, als er den schweren Vorhang nur wenige Zentimeter auseinander zieht. Hätte er nicht schon tausend Mal hier gestanden, es wäre sicher beängstigend. Von überall her strömen die Leute in die Halle, verschwitzte Lederjacken, vollbusige T-Shirts, teure Designer-Mutter-Klamotten, alles schick. Benny schließt die Augen, um zu genießen und sieht wieder die fette Leuchtreklame über dem vierfachen Doppeltür Portal: „Bennson tonite“. Da ertönt der Gong, und noch einmal. Benny will zurück in seine Garderobe, aber es gongt unentwegt. Irgendwas stimmt nicht, denkt er, als ihn das Geräusch grausam aus seinen Träumen reißt: “Steh auf, du faule Socke, du musst zur Schule!“ Welch garstiger Wecker.

Benny wacht aus diesem Traum nicht das erste Mal verwirrt und schweißgebadet auf. Aber, wer morgens zerknittert aufwacht, der hat tagsüber viele Möglichkeiten sich entfalten. Dieses Wissen nutzend, entschließt er sich nun endgültig, eine Therapie zu machen; denn bisher ging der Traum nie so weit, dass er auch nur einen Ton spielen konnte. Da hilft auch kein Seelenklempner, davon ist er überzeugt. Er muss das Übel an der Wurzel packen und sich endlich eine Gitarre kaufen. Dann kann er alles wunderbar raus lassen, seine Sorgen, Ängste, nervendes Gesülze der Ex-Freundinnen ignorieren, und den restlichen Welt-Kopfschmerz prima kompensieren. Was ihm auf der Seele juckt, kann nun in musikalisch untermalten Geschichten erzählt werden, und als notorischer Grenzgänger mit Kopf-durch-die-Wand- Ambitionen, bastelt er in mühevoller Kleinarbeit Visitenkarten zum Verteilen, falls man sich nicht an seine Lieder erinnert.

Aus Benny wird Bennson, klingt weniger nach Pelle und „Ferien auf Saltkrokan“, und wie schnell ist nichts passiert. Was Bennson träumt, spielt, erzählt, es scheint zu gefallen, die Runde zu machen, dass er sogar am helllichten Tag auf der Straße zwecks gemeinsamen Musizierens angesprochen wird. Aus der schnell geschlossenen Freundschaft wird ein Duo. Nach Marcus Wietasch am sechssaitigen Eierschneider gesellt sich auf einer Party Sören Daut, ebenfalls E-Gitarrist, hinzu, der fasziniert auf Bennys Griffbrett schaut, sich begeistern lässt und erstaunt ist, wie simpel es scheint, die anwesenden Mädchen zu beeindrucken. Die Mädels gehen, Sören bleibt, ersetzt Marcus, und schleppt kurz darauf Marvyn Korten, einen aufstrebenden, aber gnadenlos taktfesten Drummer samt Schlagzeug an. Um die Basis fett zu machen, holt er seinen alten Kumpel Manuel „Mau“ Markewitz ins Boot, und rettet den damit wahrscheinlich vor musikalischer Aktiv-Abstinenz. So labyrinthös das alles klingen mag, die Formation ist aber einfach komplett. Das über 30 Jahre bewährte Musiker-Hotel „Rock Cyclus Bremerhaven e.V.“ bietet den preiswertesten 24-Stunden-Proberaumservice für dieses, seit 2008 zusammengeschweißte Orchester. Was steht nun in der Partitur geschrieben, und wohin führt der Weg aus dem Orchestergraben? In Bennsons Augen lese ich „Yada, yada, yada...“, was immer das heißen soll, und ich will wissen, wie Moses niest.

Die Bennson

„Ich war mal ein Solo-Projekt, stellte fest, dass meine Lieder auch mit einem aufwendigeren Hintergrund nicht kaputt zu spielen sind. Also erweiterte ich meine One-Man-Show um Freunde, denen es Spaß macht, meine Ideen zu teilen, ihren Senf dazu zu geben, und denen es nicht peinlich ist, mit mir vor einem verständigen Publikum unseren alternativen Folk zu rocken.“ Das verstehe ich. Um was geht es in den Texten? „Na ja, seitdem Nena das Wort „Liebe“ wieder gesellschaftsfähig gemacht hat, lohnt es sich über gebrochene Herzen zu schreiben, vorwiegend mein eigenes natürlich. Echte Männerfreundschaften sind ein Thema, und ich stelle sozialkritische Analysen über elitäre Gesellschaftsstrukturen an, in meiner Heimatsprache, versteht sich. Ich streue also ziemlich breit, treffe so automatisch immer irgendwo den Geschmack meiner Mitstreiter, denen aber sowieso nix peinlich ist.“ Spielen kann Bennson überall wo man sie hören will, in Clubs, Bars, Konzerthallen, und wenn die Sommernächte wieder lau sind, auch am Weserdeich. Da wurden sie nämlich schon einmal von einer Gruppe junger Frauen angesprochen, die einen Junggesellinnen-Abschied feierten, auf der bevorstehenden Hochzeit zu spielen. Eine CD kommt erst in diesem Jahr. „Ex“ soll sie heißen, und wäre deshalb wohl weniger als Brautgeschenk geeignet.

Kontakt: Benny Halbroth – 0151/18600975

email: bennson.music@arcor.de


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