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Friday Night Score

Das Resultat ist das Ergebnis vom Freitag

Immer wieder trifft man bei Ankündigungen auf Plakaten oder in den unendlichen Wirren des Internets auf den Begriff „Singer/Songwriter“ (Sänger/Liedermacher). Ob das Englische nun mehr swingt oder mehr hermacht, sei dahin gestellt, es bezieht sich jedenfalls auf eine Person. Das Songwriting hingegen kann von mehreren exerziert werden, kein Geheimnis. Aber wie funktioniert so etwas in einer Band, wenn alle eine Idee haben? Friday Night Score aus Bremerhaven, fünf junge Musiker, deren musikalische Liebe dem Easycore, einer Mischung aus Pop-Punk und Hardcore gilt, beschreiben es aus ihrer Sicht.

Es erinnert am ehesten an den Zusammenbau von IKEA-Möbeln ohne Anleitung, sagen sie. Man greift sich ein Teil aus dem Karton und fragt sich, wie es wohl mit den anderen zusammenpassen könnte. Was dann am Endes Tages dabei herauskommt sieht in den seltensten Fällen aus wie das, was auf dem Karton abgebildet ist, erfüllt aber seinen Zweck: Es macht Spaß. Und den haben sie seit Herbst 2009. Friday Night Score findet sich aus einer Hälfte von Action Figures Ain´t Puppets und einem sich noch im Aufbau befindenden Projekt des Schlagzeugers Ole Langlo und des Gitarristen Henry Bahmann. Beide Hälften passen prima. So hört sich jedenfalls ihre Komposition „Stay Strong“ an, die bei der ersten gemeinsamen Probe erarbeitet wird. Bastian Lehmann (Gesang), Felix Klostermann ersetzt Henry Bahmann an der Gitarre nach wenigen Monaten, Ole Langlo, Juri Begoihn (Gitarre) und Marc Szotkiewicz übernimmt den Job des Bassisten von Marco Zweigle, der wegen seines Studiums nach Bremen zieht.

Juri stößt bei einer Internetrecherche zum American Football auf die Liste der Spielergebnisse, die Scores. Weil es ein Freitag ist, brennt sich der zukünftige Bandname in sein Auge. Dem Lispler zuliebe lässt er das „s“ am Ende weg und erntet Applaus, weil auch die Kollegen es jetzt einfacher finden, den Namen auszusprechen. Unter die Leute gebracht werden kann er natürlich nur durch öffentliche Auftritte. Sie gehen den klassischen Weg. Nachdem sie sich genügend Titel für etwa eine Stunde erschwitzt haben, bewerben sie sich beim „Keep on Rocking“ im Lehe Treff. Dort wird nur ein Set gefordert, denn die anderen Bands wollen ja auch noch auf die Bretter. Wenn ihn von FNS auch niemand so richtig gehört hat, aber der Startschuss ist längst verhallt. Es geht zum Bremer „Local Heroes“ Bandwettbewerb, bei dem sich die Formation für das Landesfinale qualifiziert, der Bremer Tower samt angefeuertem Publikum wird Zeuge ihrer ungebremsten Kreativität, das NIG-Rock Festival in Bederkesa greift sich die Band ebenfalls ab. Am 31.August geht es nach Velbert in NRW zum „Röbböck Röcks Festival“, und am 11.September wagt man sogar den Schritt auf die Bühne des „Meisenfrei“ in Bremen.

Steht nun eigentlich die eigene Heimatstadt auch irgendwann auf dem Terminplaner? Ja, das tut sie, und zwar immer dann, wenn Friday Night Score von ihrem Proberaum im „Rock Center“ eine Etage tiefer steigen. Da freut man sich schon auf den „pissenden Hund“, ursprünglich von Juri eingeführt zur Verdeutlichung seines Offbeat-Einstiegs mit der Gitarre im Refrain von „Currents“, wenn er exakt in diesem Moment mit einem Bein nach hinten ausschlägt. Statt sich vor Freude auf die Schenkel zu hauen, kupfert die gesamte Band diesen „Ausfallschritt“ lieber ab und stellt das Publikum so gewollt auf eine Lachprobe. Die Bremerhavener machen sich weniger Gedanken darum, wie sie diesen Beifall heischenden Moment auf ihr Album bannen können, das sie gerade mit neuem Material beschreiben, als um die Frage, wie sie an Konzerte in Orten kommen, in denen man sie noch nicht kennt. Fünf talentierte Individualisten auf dem Vormarsch, denen Freundschaft und gegenseitiger Respekt mehr bringen, als das Knistern der Scheine nach ihrem Auftritt.

 

Kontakt: fridaynightscore@gmail.com


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