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Harpface & the Heydays

 

 

Wenn deine Frau dir beim Frühstück sagt, wie schädlich fetter Speck auf den  Spiegeleiern für deinen Körper ist, der Fiskus sich an etwas erinnert, das du längst vergessen hast oder deine Lieblingskneipe wegen Renovierung über Wochen schließen muss, dann hast du den Blues. Wenn du ihn nicht singen kannst, dann versuch´s mit der Mundharmonika. Mit dem Instrument entfällt zumindest die Sorge der Last, und du bekommst ihn aus dem Schädel, sagt Sonny Terry, natürlich augenzwinkernd. Vielleicht dachte Rainer „Harpface“ Söchting ähnlich, als er das Instrument erlernte und sich mit Jürgen „Big J.“ Schnieders (Gitarre, Gesang) in Oldenburg zusammentat, um den Blues zu spielen.

 

 

Irgendwann kommt häufig der Zeitpunkt, da mögen Zwei zu wenig sein, ein Orchester zu viel, und ein paar Schnäpse weiter einigt man sich: Eine Band wäre nicht schlecht. Rainer und Jürgen erinnern sich an die fingerfertige Bassistin Ute Behrens, die den talentierten Gitarristen Olli Wilbers aus Wilhelmshaven kennt, und der kennt den „für alle Felle“- Schlagzeuger Sören Jünemann. Die Fünf verstehen sich ziemlich prima und sind sich spontan einig über die Richtung des musikalischen Wanderwegs. Da stört nicht mal die halbe Stunde Anfahrt Ollis zu den Oldenburgern. Harpface and the Heydays sind geboren. Einfach nur nachspielen kommt nicht in die Tüte. Jeder Song wird von ihnen bearbeitet, erhält durch die Interpretation ja sowieso schon einen eigenen Charakter. Das Basis Programm, um auf die Bühne zu können, steht nach wenigen Monaten. Jetzt ist das selbst geschriebene Material an der Reihe, und das entwickelt sich vollkommen zwanglos. Ihrer Schaffensfreude sind keine Grenzen gesetzt, und aus den richtig tollen und effektiven Phasen heraus entsteht auch der Bandname, Heydays, was so viel heißt wie „Blütezeit“. So wächst ihr erfrischender Rock aus den Wurzeln des Blues und des Soul. Für ihre Live Auftritte probt die Band in der Nähe von Oldenburg auf dem Lande. Seitdem das so ist, sagen die Leute dort, lassen die Kühe sich zwar lieber nur noch rhythmisch melken, liefern aber qualitativ bessere Milch. Ute und Sören sorgen ja für ein fettes, stampfendes Fundament, zu dem Olli seine Telecaster klingeln lassen, oder es bei Bedarf in satten Akkorden noch kraftvoller gestalten kann.

Da sind aber ja auch noch der Mann und das kleine, bescheidene Instrument, die der Band den ganz besonderen Sound verleihen. Die Mundharmonika hat letztlich eine immens wichtige Rolle in der Entwicklung des Blues gespielt, nicht zuletzt das „Whoopin´“ oder das „Mississippi Saxophone“. Eine Klangfarbe, die durch Biege- und Überblastechniken entsteht. „Harpface“ Söchting beherrscht diese seltene Technik ganz ausgezeichnet, mit Punch, schnell und präzise, ohne sich in übertrieben langen Solo Arien zu verlieren. Das alles kommt dennoch eher unaufdringlich von der Bühne und ergibt einen gefühlvollen Rahmen für Big Jays markante Stimme. Im Fußballjargon würde man es vielleicht so formulieren: Viel Ball für die Mannschaft und wenig für den Einzelnen. Irgendjemand hat mal gesagt, niemand spielt den Blues so authentisch wie die Baumwollpflücker selbst. Das ist eine Interpretation. Kummer hat irgendwann schließlich jeder Mensch, und wenn der in Musik umgesetzt werden kann, umso besser. Das gelingt den Oldenburgern nicht nur in ihren Blues Interpretationen ganz prächtig, auch wenn sie gänzlich sorgenfrei sind. Ein breit gefächertes Repertoire, das auch Rock und Soul beinhaltet, und ein bestens aufgelegter Sänger sorgen dafür, dass aus Akteuren und Publikum eine Einheit wird, die gemeinsam unendlichen Spaß bei jedem Konzert reflektiert. Gern überqueren die Heydays für ihre Auftritte das eine oder andere Mal die Peripherie des Oldenburger Landes, selbst wenn es sich finanziell nicht immer rechnet. Die Band ist Familie, Musik gut fürs Seelenheil. Wenn die Fünf für diese wunderbare Therapie nicht auch noch drauflegen müssen, super. Wer dieses dynamische Quintett gern live in Bremerhaven erleben möchte, der hat dazu am Samstag, 04. Juni (ab 19 Uhr), beste Gelegenheit in Kuddels uriger Musikkneipe, Goethestr.1.

 

Kontakt:

 

+49 (0)160-93763745 Rainer Söchting

 

 


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