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Wo man Freunde trifft, trifft man auch den Collins - Dean Collins & Friends

Dean Collins

Nein, keinen Tom Cocktail, eher einen dieser Ausnahmemusiker Bremerhavens, der auch noch Talent hat, und wo Tüchtigkeit dazukommt, da reiht sich das Glück meist nahtlos ein.

1990 ist Norbert Pollex eigentlich noch gelernter Elfenbein-Ebenholz-Musiker, fingert auf den schwarz-weißen Tasten der elektronischen Steckdosenkunst, als er von einem Freund eine Gitarre geschenkt bekommt. Nicht wie viele andere Jugendliche seines Alters, versucht er sich an „Wenn die bunten Fahnen wehen“ oder anderer Lagefeuerromantik, sondern es geht gleich Neil Young ´s „Living in a free world“ an die Harmonien, bezeichnend für seine weitere Karriere.

Zusammen mit Michael Werner an der Sechssaitigen (jetzt Porter Rixx, Groove Circle), Markus Föhl am Bass, Marco Cordts am Schlagzeug, greift Norbert als Sänger mit „Bad Mistake“ alle Angebote ab, die man als Westcoast - Southern Rock Coverband eben so bekommt.

Das geht nur sechs Jahre gut. Entweder spielt man gängige Oldies nach oder reiht sich in die zahllosen Reihen der Top 40 Strategen ein, wenn man öfter als einmal im Monat spielen möchte, oder man macht den Laden dicht.

Allerdings hat Norbert Pollex von Beginn seiner Musikerlaufbahn an in seiner 3 x 3 Musikstube eine willige 4-Spur-Fostex stehen, die nicht gleich daran verzweifelt, dass sie größtenteils nur mit drei Akkorden gefüttert wird. Völlig ausreichend, um die meisten seiner Ideen festzuhalten.

Dean Collins mit einem echten "lokalen Helden": Stephan Remmler

Der Versuch mit den „Local Heroes“ etwas auf die Bühne zu stellen, bleibt nach einem Jahr erfolglos im Proberaum stecken. Ok, nicht ganz; denn der CD Titel „Easy come, easy go“, größtenteils von Norbert selbst geschrieben und arrangiert, kann sich durchaus hören lassen.

Ist es doch dieser Titel, der seiner Band auf dem polnischen „Mragowo Festival“ (Country Grand Prix Eurovision) 1999 den 5. Platz beschert. Der Weg ist das Ziel, sagt man. Norbert steigt aus, er geht anders als die Anderen.

Er träumt weiter davon, dass eines Tages eine Major Company bei ihm anklopft. Dazu braucht es mehr als Protesttexte, und seine Akkordaneinanderreihung ist noch nicht das Non Plus Ultra. Er hilft bei diversen Bands aus, verbessert seine Kenntnisse, muckt zum Tanz auf, um seine Miete zahlen zu können, und arbeitet fleißig weiter an eigenem Material. Im Sommer 2003 schreibt er dann das erste Lied für den Mann im Geist, Dean Collins.

Mit zwei Freunden geht es nach Spanien, um dort kostenlos irgendwo zu musizieren, aus Spaß an der Sache. Bei einem Auftritt läuft hinter ihnen, ungeachtet ihrer Darbietung, in voller Lautstärke ein Video von Garth Brooks über eine Großbildleinwand. Dass die Drei fasziniert sind, schon gar nicht mehr spielen, vergessen ihre herunterhängenden Instrumente hochzuklappen, fällt niemandem auf. Beeindruckt, wie Brooks nach dem Lied seine Gitarre zertrümmert, ihr jegliches Leben nimmt, denkt Norbert an Neuanfang, und zwar in der Country Musik.

Gezielt schreibt er nur noch für Dean Collins, identifiziert sich immer mehr mit ihm, hört immer wieder rein und befindet, es könnte sich lohnen, nicht alles in einer einzigen Woche fertig zu stellen. Natürlich ist er frustriert, dass sein PC nicht authentisch klingt, aber hier und da kommen ihm nun seine Gitarrenkenntnisse zu gute, und Stück für Stück haucht er so seinen Titeln Leben ein.
Im Freundes- und Kollegenkreis ist jeder gleich Feuer auf großer Flamme für Mr. 101%, will bei diesem Projekt dabei sein. Go big or go home lautet seine Devise. Norbert nimmt einen Job im Marketingbereich bei Musik Produktiv in Osnabrück an, lernt wichtige Leute kennen, besucht die Musikmesse in Frankfurt und trifft auf Johnny Hiland, Endorser (Indossant) für Paul Reed Smith Gitarren (u.a. Santana SE).

Das Gitarrenspiel des Amerikaners fasziniert ihn. Er spricht ihn an, Johnny soll sein Mann werden. Dafür muss allerdings der Weg über den großen bösen Teich nach Nashville angetreten werden. Authentisch soll´s schon kommen.

Dean Collins mit Sascha von "Center TV"

Bei dem Titel „Take me home“, einem Lied über einen Mann, der in seinem Leben mehr Mist gebaut hat, als dass es als Dünger einheimischen Früchten das Wachsen lehren könnte, der sich bis unter die Fußsohlen hängen lässt, denkt der Autor sofort an etwas Besonderes. Die Nummer kommt ihm einem Gospel ähnlich, und vor seinem geistigen Auge taucht der gesangliche U2-Hintergrund von „Still haven´t found what I´m looking for“ auf, der New Yorker „Harlem Gospel Choir“. Die wollen die Komposition allerdings erst hören, bevor sie zusagen. Norbert schickt, und sie bestätigen ihre Mitarbeit. Inzwischen lohnt sich der Flug in die USA.

Norbert singt alle Titel als Dean, spielt alle Gitarren als Collins, erinnert sich an eine alte Freundin in Detmold, Svenja Schmidt, die er für Backing Vocals gewinnen kann und mit der er ein Duett auf die Scheibe bringt. Er erinnert sich ebenfalls daran, dass nicht nur in den USA tolle Musiker zu finden sind. Neben etlichen hervorragenden Profis, wie Nils Tuxon an der Pedal Steel und Bernd Enhuis am Bass, holt er sich für die Tastenarie und das Akkordeon das Bremerhavener Ausnahmetalent Peter Henken.

Das roh gemixte Produkt, aufgenommen in Deutschland, Nashville und New York bietet er diversen großen Firmen an. Den Zuschlag bekommt aber eine eher unbekannte, aufstrebende, allerdings sehr interessierte Firma aus dem Großraum Hannover, die Collins eine europaweite Veröffentlichung anbietet. Dass die Vorauszahlungen nicht mehr sind wie in den 80ern erschüttert den Künstler nicht. Er ist auf Foto-Shooting-Tour, und gleich danach geht es an das Live Programm für die Show mit allen Musikern auf der CD. Na ja, gut, außer den USAlingen.

Hats off to Dean wird niemand auf der Scheibe finden.


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