Home  |  Gästebuch  |  Links  |  Kontakt  |  Impressum  
Aktuelles

George Meier (vom Einzelgänger zum Familienmann) - über 40 Jahre auf allen Bühnen zuhause

Mein Name ist Meier - George Meier

Kein anderer Musiker aus der Seestadt macht so schnell Karriere wie Klaus ´George´ Meier, von seinen engsten Freunden „Gre“ genannt. The Ants und die Untouchable Group sind seine ersten Bands, bei denen er sich allerdings als Gitarrist schon so interessant in Szene setzt, dass selbst die renommierten Bands wie Stephan Remmlers Just Us oder die Black Beats nicht umhin können und bei den Untouchables vor der Bühne stehen, um George „geigen“ zu hören. Durch einen witzigen Trick, indem er Lautstärke- und Höhenregler an der Gitarre mit einem Gummiband verbindet, kommt er zu seinem Beinamen „Geiger“ Meier.
„Die Liebe zur Musik habe ich wohl von meiner Mutter“, sagt George“, sie spielt ja Zither und Akkordeon.“

1967 wird Bremerhaven zur Hochburg der Beatbands.
George hat sich inzwischen zu der Top Band Competition hochgespielt, und zeigt, dass er neben seinem virtuosen Saitenspiel auch ein hervorragender Sänger ist.

COMPETITION

Competition covern mit mehrstimmigem Gesang Poptitel, aber auch Songs der englischen Spooky Tooth bis auf´s I-Tüpfelchen und erhalten die Chance, bei dieser Kultband im Star Club das Vorprogramm zu bestreiten. Weniger glücklich wohl die Entscheidung, bei dieser Gelegenheit Stücke aus dem Repertoire der Engländer anzubieten, dass die Ohren des Organisten Gary Wright Augen machen, und seine Kollegen in der Garderobe denken es handle sich um einen Scherz.

Wie auch immer, George ist in Hamburg und Hamburg hört ihn spielen.
Kein Wunder also, dass er dort wenige Jahre später Fuß fasst, besser gesagt, bleibende Eindrücke hinterlässt.

CRAVINKEL

Bis zu diesem Zeitpunkt ist das Nachspielen von Hits angesagt, um beim Publikum anzukommen, um sich einen Namen zu machen. Den hat „Geiger“ Meier aber schon.
Es müssen also größere Schritte nach vorn getan werden, und der Pfeil zeigt nach oben als er mit Micky Kaiser, Achim Brierley und Gert „Kralle“ Krawinkel nach Hamburg geht, um interessierten Plattenfirmen näher zu sein.
Und es scheint zu klappen, die erste LP wird bei der Philips, einem Unterlabel der Phonogram, als Cravinkel eingespielt.
Wenig später zieht das Quartett in ein Bauernhaus nach Volkmarst.
George sagt dazu:“ Hier finden wir die Einsamkeit und Ruhe, die wir brauchen, um uns kreativ aufeinander einstellen zu können und um uns menschlich näher zu kommen“.
Aber auch das zweite Album „Garden Of Loneliness“ bringt nicht den gewünschten Erfolg. Wie es dann so kommt, erst ist kein Glück im Spiel, und dann kommt auch noch Pech hinzu. Im Frühjahr 1972 fällt das Bauernhaus einem verheerenden Brand zum Opfer, alles Hab und Gut der Band geht in den Flammen auf.
Völlig desillusioniert lösen sich Cravinkel auf, aber nach der „Obladi Oblada“ Weisheit geht der musikalische Lebensweg für jeden weiter, wenn auch erst einmal in getrennte Richtungen.

George zieht es zurück an die Elbe. Er steigt bei Inga Rumpf´s Atlantis für den Gitarristen Frank Diez ein, tourt einen Monat mit der Band durch England und freundet sich mit Schlagzeuger Udo Lindenberg an, der in den englischen Umkleidekabinen schon seine ersten Gehversuche mit eigenen deutschen Texten auf der Gitarre startet. Von Inga belächelt, von George aufmerksam verfolgt, weil er, wie Udo auch, an das Neue glaubt.

Wieder wechselt er die Band und stößt auf Randy Pie & Family mit dem späteren Meier/ Miller/Kaiser-Produzenten Werner Becker. Doch auch hier kann er nicht an seine Solo LP  „Black is beautiful“(zu bester Cravinkel Zeit mit Coverversionen eingesungen) oder an „Mr.Cooley“ (einer Eigenkomposition) als Komponist anknüpfen.
Erst bei den „Witch“- Doktoren, den Rattles, fallen seine Ideen und sein unbändiger Wille, weiter eigenes Material zu schreiben, auf fruchtbaren Boden.
Er wird von allen für seine unnachahmlichen Soli, seine bestechende Rhythmusarbeit auf der „Strat“, seine eigene Art zu singen, sich anzupassen und trotzdem unaufhaltsam konstruktiv zu sein, geliebt, für seinen Dickkopf und seine Abschweifungen freundschaftlich getadelt. Ihm gefällt der „Familien Zirkus“ um den Chef Frank Mille so gut, dass er sich entschließt, mit seiner langjährigen großen und einzigen Liebe, der Frau, die ihm durch dick und dünn den Rücken stärkt und seine Bühnengarderobe bügelt, selbst eine Familie zu gründen.
Fünf Töchter und ein Sohn erblicken das Licht in der Welt eines Künstlers, dessen Karrierepfeil zwar immer noch nach oben zeigt, dem aber das große Los noch nicht vergönnt zu sein scheint.

An den spielfreien Wochenenden lässt sich das junge Paar des Öfteren bei der über den Landkreis tingelnden Popgruppe Cracker Jack sehen. George nimmt wieder Kontakt zu seinem alten Freund und Namensbruder, dem Drummer der Band, George B. auf und überredet ihn schließlich, mit nach Hamburg zu den Rattles zu kommen. Obwohl jeder weiß, dass der Stern dieser einst bundesweit angesagten Formation schon hinter dem Rock Horizont versunken ist, spielen beide erstmalig zusammen in einer Besetzung.
Doch lange hält das Glück nicht an. Keyboarder Jochen Peters (aka. Lu Lafayette) steigt als erstes aus, gründet Wolfsmond und George ist dabei. Inzwischen bewohnt er mit seiner Familie und George B. ein kleines Häuschen mit Garten in Hagen.

Meier/Miller/Kaiser - wer sonst?!

Fünf deutschsprachige LPs bringen Lu und Co. an den Start, doch außer dem Softrocker „Für mich ist es Rock n´ Roll“, einem Radio-Hit aus der Feder von George und George, und einigen lokalen Favoriten wie „Das hat Spaß gemacht“, „Wellenreiter“ und „Engel“  ist kein bundesweiter Knaller dabei. Schade eigentlich, diese Band hat alles, um ganz oben mitspielen zu können, aber wenn Thor keine anderen Götter neben sich duldet, dann ist es auch hier nur eine Frage der Zeit bevor sich der Unmut eine Schneise schlägt. Und plötzlich ist alles Schnee von gestern, durch den George und Lude ihre Verstärker ziehen.  
Jetzt ist zwar wieder ausreichend Zeit, sich der Familie zu widmen, am eigenen Herd liebevoll Gerichte zu brutzeln, mit Ehefrau „Lala“ die Kinder groß zu ziehen, wer aber sorgt für den Nachschub des schnöden Mammonium?
Die wenigen lukrativen Angebote für den talentierten Studiomusiker reichen nicht aus, um zehn Mäuler zu stopfen, setzt man die Vierbeiner Schäferhund Lucky und Katze Muschi mit auf die Nahrungsliste.  
Da öffnet Vater Zufall, in Gestalt der Hamburger Plattenfirma Phonogram, seine Türen und schließt den Herren der „Gesaiten“ in seine mächtigen Arme. Erst in Form von zwei Single-Veröffentlichungen unter Rotesand, einem Fernsehauftritt bei Dieter Thomas Heck, dann mit einem Dreijahres-Exklusivvertrag als Meier/Miller/Kaiser.
Und wieder wird getourt, weit weg von der Familie, und wieder lassen diverse  Fernsehauftritte die Hoffnung auf den lang ersehnten Durchbruch keimen.
Jetzt fließen die Gelder, aber da ist auch der Traum eines eigenen Studios und da ist ein gewisser Nachholbedarf. Da ist auch die Plattenfirma, die einem unverhohlen das Gefühl vermittelt, ein Abschreibeobjekt zu sein, wenngleich auch A & R Mann und Freund Thomas Quast von dem Trio als die deutschen Z Z Top träumt und sich permanent um die drei Bremerhavener kümmert.
Nach zwei Jahren ist der Traum ausgeträumt, zumindest für die Plattenfirma.
Aus Meier/Miller/Kaiser wird Good, Bad n´ Ugly ohne Micky Kaiser, und diesmal probieren es George und George mit Multitalent Detlef ´Nibbl´ Niemeyer in englischer Sprache.
Bei derselben Firma, die jetzt ihren Sitz in Köln hat, wird das Material angeboten, und Geschäftsführer Louis Spillmann, wegen seines schweizerischen Nationalstolzes liebevoll Schwester Ricola genannt, ist hellauf begeistert. Er schickt die Band nach England damit sie in authentischem Ambiente, unter der Regie von Tony Taverner, die von Heino de Witt vorgemixten Bänder chartgerecht produzieren.
Doch was nicht sein soll, soll nicht sein, jetzt jedenfalls noch nicht; denn nur wer hinfällt und nicht wieder aufsteht gehört zu den Verlierern.
Wer mehr über ihn erfahren möchte, der geht mal zu den Hagen Allstars, bei denen er seit über 15 Jahren mehr als nur einen Ton angibt.

Fortsetzung hier >> "Rotesand und andere Geräusche"


Keine Artikel in dieser Ansicht.

mehr Aktuelles