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Werner Spohn - Norddeutscher Mensch, Bremerhavener Barde

Spohn & Kemna

Der Bremerhavener Werner Spohn ist schon als Neunjähriger ein begeisterter Freddy Quinn Fan, träumt die großen Träume von Fernweh und Seefahrer Romantik. Mitte der 60er erfasst ihn, wie Millionen anderer Menschen auch, das Beatles Fieber, und es weckt einen Traum, einmal mit guten Freunden auf der Bühne stehen und eigene Lieder  spielen. Mit 14 Jahren bekommt er seine eigene Gitarre mit Nylonsaiten. Die erste Band heißt „Four“ und probt im elterlichen Keller. Die Band kommt aber nicht richtig aus den Startlöchern. 1970 schreibt Werner seinen ersten eigenen Song, wie damals üblich, in englischer Sprache. Ein Lied über das Kriegsdienstverweigern.

Aber eigentlich wird er in den 70ern mehr durch sein Studium in Vechta, Hannover und Göttingen geprägt. Seit 1974 ist er Lehrer an der Johannesschule in Bremerhaven. 1980 veröffentlicht er mit seiner Deutschrock - Formation „Zambo“ aus der Seestadt erste Titel, u.a. kommt er mit einem auf den Achim Reichel Sampler „Deutsche Welle“. Die Band trennt sich weil Gitarrist Gerd Schönfeld wieder zu den „Blackbeats“ stößt. 1986 die Reunion mit Charly Hahn und Peter Lerch (beide Bremerhaven), und gemeinsame produzieren sie Werners Nummer „Norddeutsche Menschen“, landen damit einen Radio Hit. Werner schreibt immer weiter. Einen seiner Songs hört der Bremer Hitprofessor Dirk Busch und produziert ihn, „Du bist mein Ozean“, und Werner nennt sich fortan CAPITANO. 1989 beteiligt er sich an dem Wettbewerb „Lieder-so schön wie der Norden“ mit seiner Komposition „Hier bin ich zuhaus“, kommt von 3000 Einsendungen unter die Gewinner und singt den Titel mit seiner 13-jährigen Tochter Birgit in der gleichnamigen TV Sendung. 1994 dann das erste CD Album, „Ebbe und Flut“ als Werner und die Cadillacs. Eingespielt wird das Album mit einigen Musikern der Bremerhavener Top 40 Band „Soldier´s Return “. Die CD findet ihre Fans, bleibt aber hinter den Erwartungen der Hamburger Plattenfirma Bellaphon zurück. Werner wirft das nicht aus der Bahn, er schreibt und schreibt, ein durchschlagender Erfolg ist dabei für ihn nicht maßgeblich. Für ihn ist es eine Art Tagebuch schreiben. Eher zufällig lernt er den Gitarristen Jürgen Kemna von der Skiffle Group „Wildsau“ kennen, der auch noch bei der im Landkreis angesiedelten Bluesband „Dusty Fingers“ spielt. Die Beiden harmonieren stimmlich, musikalisch, und, was ganz wichtig scheint, auch menschlich hervorragend. 1998 entschließen sie sich, Werners Lieder auf eine CD zu bringen. „Halle X“ soll sie heißen. Ohne Hast und in entspannter Atmosphäre entstehen 14 „sehr norddeutsche und sehr echte“ Lieder im „Under the roof“ Studio des „Blackbeats“ Gitarristen Gerd Schönfeld. Werner singt, spielt Akustik Gitarre, Jürgen Kemna spielt die einfühlsamen Soli und singt zweite Stimmen, das Blancke Trio bringt sich ein wie einige andere Gastmusiker auch. Die 14 Lieder sind anzusiedeln zwischen Shanty Pop und norddeutscher Volksmusik, sagt der Autor von der CD. Texte über das Leben an sich, über Kneipenluft (Grüne Bude), Fernweh, unerfüllte Sehnsüchte, über Typen und Träume.

„Kein Grund aufzugeben, immer weiter machen, und es fällt mir nicht schwer“, gesteht der Deutschlehrer jedem der es hören will, „ weil ich mich auf diese Weise ausdrücke und den Erfolg nicht vordergründig sehe.“ Diese Einstellung zum Leben und seiner Leidenschaft, der Musik, beschert ihm das gelungene Solo Album „Spohn im Anzug“.  Aber gut, alles der Reihe nach.

Stu-Stu-Studio

Schon im Frühjahr 1996 entstehen bei mehreren Six-Packs in dem gemütlichen „unter dem Dach“ - Studio von Gerd Schönfeld die ersten Deutsch-Pop Demos. Es steht noch kein Konzept und keine Stilrichtung, es wird leidenschaftlich drauflos gesungen und gespielt, sortieren kann man immer noch. Nur herumliegen und in irgendeiner Ecke verstauben soll das  Material nicht. Spohn trifft sich im Herbst des selben Jahres mit Franke, der schon Anfang der 90er sein Album „Ebbe und Flut“ produzierte, und der ehemalige Cracker Jacker ist begeistert. Mit den Aufnahmen im Gepäck fahren beide zu Adam Schairer, dem ehemaligen Schlagersänger aus dem Duo „Adam und Eve“, nach Köln. Der wiederum ist nach nur einmaligem Hören so angetan von den Liedern, dass er vorschlägt, sofort zu produzieren. „Otto Normal“ Trommler und Autonom-Mischpult-Stratege Mike Bach wird als Co-Produzent in´ s Boot geholt. Und damit alles so authentisch wie möglich und in gutgelauntem Freundeskreis aufgenommen werden kann, stoßen zum Gelingen des Projektes „Soldier´s Return“ (dienten schon als Driver bei Spohn´s „Werner und die Cadillacs“), Leibgitarrist Jürgen Kemna, Blackbeats Frontmann Kalli Kallweit, und der für seine außergewöhnliche Solo- und Rhythmusarbeit gelobte George Meier hinzu.

Ein ganzes Jahr später sind die Aufnahmen abgeschlossen, fünf Titel fertig gemischt. Das Ergebnis ist laut des Kölner Produzenten immer noch „Mords“, aber nach über 30 Absagen großer und kleiner Labels (Plattenfirmen), in denen über 50 Mal das Wort „Zielgruppe“ fällt, weiß sich auch Schairer keinen Rat mehr. Der Begriff „Zielgruppe“ wird vom Komponisten zum Unwort des Jahres erklärt, die „freundlichen“ Absagen der Firmen werden öffentlich im Langener Lindenhof Center verbrannt.

Gut Ding will Weile haben, und es dauert vier Monate bis die ersten Zwischenergebnisse die Note „Mords“ aus dem Munde Adam Schairers erhalten. Franke und Bach arbeiten unter Hochdruck, und Schairer glaubt wieder einmal, ganz nah am „großen Deal“ zu sein. Das Bremerhavener Team um ihn glaubt ihm.

Aber wer rastet, der rostet, und so nimmt Werner mit seinen Freunden Kemna und Schönfeld die CD „Halle X“ mit Liedern über die Seestadt auf, die 1998 veröffentlicht wird und inzwischen vergriffen ist. Da war doch noch was! Richtig, die alten „Mords“- Bänder, an die keine Firma so richtig ran wollte.

Spohn & Band

Die „Unermüdlichen Vier“ , Spohn, Franke, Bach und Schönfeld treffen sich im Langener Keller-Studio, aber nicht um aufzuräumen, sondern um sich in aufgeräumter Stimmung noch einmal mit etwas Abstand die abgelehnten Aufnahmen zu Gemüte zu führen. Gegenseitig angeschaukelt, hoch motiviert und fest entschlossen, dieses Material ist zu gut, geht zu sehr unter die Haut, um in einer Ecke zu verstauben, trennt man sich mit dem Vorsatz, noch einmal alles neu zu mischen, ohne den „Mords“ - Kölner. Nach ungezählten, schweißtreibenden Nächten der Gemeinsamkeiten ist man sich einig: Das ist es! Ein vielsaitiges, lebendig rockendes, wunderbar fließendes Stück Musik mit Texten über den Magnetismus der Liebe, einigen sanft die Nervenbahnen umspielenden Sounds von Küssen und den typischen alltäglichen Geschichten des Bremerhaveners ist endlich fertig.
Gerd Schönfeld steuert den Albumtitel bei, und „Spohn im Anzug“ geht in die Regale, erst bei den erprobten Vertriebsläden, dann in die der Fans, und die sind in der Zwischenzeit ganz bestimmt nicht weniger geworden, zumal es immer wieder fan_tastische Live Konzerte als "Spohn & Kemna" gibt.

Und für sie, und für die, die es gern werden möchte, arbeitet er unermüdlich an neuem Material. Dabei hat er ständig im Hinterkopf, die Bremerhavener Szenemusiker zu aktivieren, und mit diesem Gedanken entsteht die brandneue CD „Fishtown Heroes“. Also, keine Spur von rar machen oder Gitarre an den Nagel hängen, auch wenn die Bühne für Live Auftritte etwas in den Hintergrund tritt. "Fishtown Heroes" beinhaltet witzige und im typischen Spohn -Gewand erzählte Geschichten über die großen und kleinen Helden der Stadt, die erfolgreichen, die gescheiterten, und ganz bestimmt wird sich der eine oder andere Hörer sich in diesen 16 Songs wieder finden, seine eigenen Spuren entdecken. Diverse namhafte Bremerhavener "Helden" haben als musikalische Gäste mitgewirkt - von den Rock 'n Roll Veteranen George Meier und Emil Harder über die Hip Hopper Lwith und DJ Hostage bis zur Gospel-Queen der Seestadt Vivian Glade, um nur einige von rund zwanzig Gastmusikern zu nennen. In den Liedern geht es um Kinder (Diggy), ums Älterwerden (Alter Sack), um alte Bekannte (Klassenclown), um notorische Nörgler (Manni Miesepeter) - kurz: um die Stadt und ihre Menschen. Spohn ´s Klassiker "Norddeutsche Menschen" ist ebenfalls in einer Neuaufnahme auf das Album gebannt. Veröffentlichung Ende Februar 2006 in allen bekannten Verkaufsstätten.


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