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Penny Lane - nicht nur Musikertreff

Wer in der momentanen Wirtschaftslage der Seestadt hier eine neue Kneipe eröffnet, der ist entweder sehr mutig oder aber verrückt. Peter Lerch, Rock n´ Roll-Relikt aus den 60ern und seines Zeichens Drummer seit über 30 Jahren muss beides sein. Die Bremerhavener kennen ihn allerdings nur als liebenswerten und stets lustigen Mann am Schlagzeug bei den Oldie Lokalmatadoren „Black Beats“.

Im November 1999 eröffnete Peter das „Penny Lane“ in der Prager Straße 24. Wer kennt ihn nicht, den Megahit der Beatles aus dem Jahr 1967 mit dem gleichnamigen Titel. Da heißt es dann auch nach jeder Doppelstrophe bezeichnenderweise: „very strange“, sehr seltsam.
Peter trommelt das erste Mal 1965 bei den „Look at us“ im Sportheim Surheide.Über die Bands „Lemon Pick“ und „Face“ kommt er irgendwann zu Heiko Bräuers Combo „Return“.
Dort wird man von der Deutschrock Band „Zambo“ aus Bremerhaven, um den Sänger Werner Spohn, auf ihn aufmerksam. 1982 wird er dann der vierte Mann bei den „Black Beats“. „Ich wollte mal was anderes machen“, sagt Peter jedem, der ihn nach dem Grund fragt weshalb er das Lokal in der Stadtmitte übernommen hat. Und das kann man ihm glauben, denn eigentlich hat Peter immer etwas anderes gemacht. Er ist gelernter Fachmann im Bereich der Reha-Technik, macht sich Anfang der 90er mit einem kleinen Geschäft für Bekleidung und Haushaltswaren in der Lloydstraße selbständig. Ab und zu trifft man ihn auch an einem Ort, an dem er sonst eher als musikalischer Gast zu finden ist, der Stadthalle, wenn er seine Sonderposten beim Schnäppchenmarkt anbietet.

Treu geblieben ist er immer nur der Musik. Sehr viel Liebe hat er aber auch in das Innenleben seiner Gaststätte investiert. Wenngleich es dem Besucher auch so vorkommen mag, als sei noch nicht alles zuende gedacht und fertig ausstaffiert. „Alles soll mit der Zeit wachsen“, verrät Peter, „ dieser Laden orientiert sich musikalisch an den 60er und 70er Jahren. Es fehlen noch ein paar Bilder an den Wänden von Bremerhavener Musikern aus der damaligen und natürlich auch der heutigen Zeit. Hier ist genügend Platz für alle Generationen, ganz besonders für diejenigen, die nicht wissen wo sie die „alten“ Bekannten von früher wieder treffen können. Aber ich würde mich natürlich ebenfalls über Musiker freuen, die hier ganz locker ihre Gedanken und Erfahrungen austauschen. Einmal im Monat gibt es Live Musik, die allerdings zu dem Ambiente passen soll, und, wenn die Hausbewohner „mitspielen“, auch öfter.“ „Penny Lane“ is in my eyes and in my ears.....

Peter Lerch vor besagtem "Bühnenbild"

In dem Raum neben der Theke ziert das Gemälde eines Bremerhavener Straßenmalers eine ganze Wand. Es stellt eine Bühne mit Gitarren dar, und Peters - inzwischen ausgedienter - Schießbude. In diesem Teil der Gaststätte kann man entweder gemütlich sitzen und klönen, oder aber tanzen, wenn das Bein danach verlangt. Peter verspricht: „ Wenn man erst einmal drin ist, fällt es einem schwer, wieder zu gehen!“ Allerdings geht er nur wenige Monate später selbst als Erster weil die Nachbarn Live-Musik lieber im Fernseher erleben, auf den sie rein lautstärketechnischen Einfluss ausüben können.
Vielleicht hat der vierte "Black Beatler" aber auch festgestellt, dass man einen Bierhahn eben besser nicht mit einem Trommelstock verwechselt. Das "Penny Lane" in der Mittelstraße gibt es zwar noch immer, wenn auch ohne handgemachte Musik, aber der "Lerche" juckt erst einmal wieder das Fell seiner Schießbude.


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