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Phil McGrath - der Blues war sein Leben

Und wieder ist die Bremerhavener Musikszene um einen Herzblut-Musiker ärmer.
Der Bluesgitarrist, Sänger, Komponist und Texter Phil Mc Grath (57) verstarb nach schwerer Krankheit am 11. März 2005.

Phil wurde 1948 in London als Sohn irischer Einwanderer geboren. Zu seinem 13. Geburtstag bekam er von seinem Bruder Hugh eine Jazz-Schallplatte geschenkt, und von dem Moment an war eigentlich klar, dass Phil diese „aufregende“ Musik, wie er sie selbst nannte, selbst machen wollte. Die erste Gitarre schenkte ihm wiederum sein Bruder, das Spielen brachte er sich selbst bei. Vorbilder wie Eric Clapton von Cream, Jimi Hendrix und die Rolling Stones spielten ja fast „um die Ecke“, in den Londoner Clubs. Aber der Autodidakt wollte nicht nur vor der Bühne stehen, er wollte selbst eine Band.
Um sein Leben und seine Musik finanzieren zu können, ließ er sich Mitte der 70er Jahre zum Computer-Spezialisten ausbilden.

1979 kam er das erste Mal in die Seestadt weil eine Rockband aus seiner Heimat in der legendären „Atlantic Bar“ einen Gitarristen suchten. Hier lernte Phil auch seine spätere Frau Ingrid kennen. Mit ihr und der Tochter aus erster Ehe ging er aus beruflichen Gründen für 2 Jahre nach Amsterdam, machte anschließend Karriere im Bankgeschäft in Basel. Finanziell abgesichert fand er in der Schweiz wieder Anschluss an eine Band. Seine Frau wollte wieder zurück nach England, aber der Bluesmann hatte sich immer als Ire, nie Als Engländer gefühlt, und als man ihm anbot, sich in´s Privatleben zurückzuziehen, gingen Beide den Kompromiss ein und zogen in das Haus ihrer Eltern in Bremerhaven.

Phil richtete sich in den eigenen vier Wänden ein kleines Tonstudio ein, nahm eigene Titel auf und gründete mit Jörg Gauka (Bass) und dem Sänger Peter Noé die „King Bees“. Der Ausnahmegitarrist war in Musikerkreisen beliebt, und kaum eine Blues Session lief ab, ohne dass man ihn auf die Bühne bat. So fand er auch seinen Weg zu der „Ramblin´ Blues Band“, bei der er bis zum Schluss spielte und an deren Erfolg er maßgeblich beteiligt war.
Kleine kuriose Geschichte am Rande: Das Café de Fiets, in dem er bei Live Konzerten oft zu finden war, hatte vor Monaten den 19. April als ersten Akustik Session Abend festgelegt. Erst bei der Trauerfeier am vergangenen Mittwoch fiel der Initiatorin und einigen seiner ehemaligen Musikerkollegen auf, dass Phil an diesem Tag 58 Jahre geworden wäre.
So entschloss man sich spontan, ihm diesen Abend zu widmen.


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