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"Morbid Tales" - Heavy Metal - keine Sache der Gewerkschaft

Was ist, wenn du als Musiker geboren wirst, oder die Lust auf das Mucken sich durch nichts bremsen lässt, du irgendwann dein erstes Instrument zwischen den Fingern hältst, lernst, es zu bedienen und entscheidest dich für eine Musikrichtung, von der du weißt, sie wird voraussichtlich zur unterrepräsentierten Minderheit gehören?
Solltest du damit nicht wenigstens zur nationalen Spitze avancieren, wird es voraussichtlich nur wenige Auftrittsmöglichkeiten geben oder gerade zur untersten Gagenstufe langen.
“Morbid Tales“ und „IMU“, zwei Bremerhavener Heavy Metal Formationen reihen sich problemlos in diese Gruppe der Idealisten ein.

Was zählt ist der Spaß an eben dieser Musikrichtung, in der sie gnadenlos aufgehen.
Aber um Spaß haben zu können, muss erst einmal hart gearbeitet werden.
Sven Kehlenbeck (Gesang), Kai Schmidt (Gitarre), Andy Marx (Gitarre), Rolf Lange (Bass) und René Kaminsky am Schlagzeug von „Morbid Tales“, den früheren „Megiddo“ wissen das.
Ihre Mühe und Ausdauer haben sich inzwischen gelohnt.
„Psychotic Mind Dance“ heißt ihre erste CD in dieser Besetzung, die im letzten Jahr veröffentlicht wurde und vom „STF“ Label vertrieben wird.
Das zweite Album ist in Arbeit und wird demnächst fertig gestellt.
Kai Schmidt sagt: “Es wird noch um einiges interessanter und variabler. Vielleicht hat der eine oder andere Titel sogar Chancen im Radio.“
Die Band tourt bundesweit durch unsere Republik, überflüssig zu sagen, dass sie ihr Publikum ausgezeichnet im Griff hat. Ganz besonders in bayrischen Gefilden fühlen sich „Morbid Tales“ wohl. Aber auch Hannover, Frankfurt und Hamburg bieten den fünf Power Metallikern beste Auftrittsmöglichkeiten.
Bei diesen Konzerten werden immer wieder neue Kontakte zu anderen Musikern und Bands geknüpft, und dann auch das eine oder andere Event zusammen geplant.
Kommt es dann zu einer eigenen Veranstaltung in der Heimatstadt, zu der man Gastbands einlädt, sind für diese Benzingeld und Catering garantiert. Die Einnahmen werden dann  geteilt.

Hier in der Seestadt ist man an vielen Stellen noch nicht wirklich offen dafür.
„Umso erfreulicher ist“, weiß Kai Schmidt zu berichten, „ dass die Stadthalle bereits eine „Metal Night“ mit uns veranstaltet hat, die wir sonst im „Haus der Jugend“ durchgezogen haben. Da hat sich die Besucherzahl gleich verdreifacht. Wir hoffen natürlich, dass noch viele folgen werden. Große Unterstützung erhalten wir mit unseren Ideen aber auch beim Rock Cyclus.“

So geht es wohl auch den Rockern von „IMU“ um Michael Holler, die, wie andere Bremerhavener Bands der härteren Gangart auch, Probleme haben, der Öffentlichkeit ihr Können aus Mangel an Konzertgelegenheiten zu beweisen.  
Holler lieferte Mitte 2002 Idee und Konzept für die Medieninitiative „B´haven Underground“, einem Zusammenschluss diverser aktiver Seestadt-Musiker, die sich untereinander in organisatorischen Fragen helfen und eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit anstreben.
Des Weiteren, um die Vorurteile abzubauen, dass es sich bei Power Metal um Gewaltverherrlichung und die Animation von Saufgelagen handelt, um Minderheiten in diesem Genre zu vereinigen, zusammenzuführen, gemeinsam nach Auftrittsmöglichkeiten zu suchen, und um eine Szene mit gleich bleibendem Erfolg unter dem Motto: “…gemeinsam sind wir stärker“ aufzubauen.
Der Offene Kanal Bremerhaven unterstützt sie dabei mit Werbefläche und zeigt ihre selbst gedrehten Videoclips, in denen sie international erfolgreiche Bands im Konzert, hinter der Bühne und mit kritischen Interviews vorstellen.

„IMU“ brachten 2006 ihre EP „Drowning“ auf den Markt, die so flott ihre Käufer fand, dass nun 2007 der erste Longplayer ansteht. Wie beim Live Programm, so ist auch auf der CD nur eigenes Material zu hören, und ihr eigenes Geld, das sie für die Produktion zusammensparten, steckt drin.
„IMU“, das sind Dominik Rühaak (Git., Gesang), Sven Lahme (Schlagzeug) und Michael Holler (Bass), haben sich dem Hardcore, Thrash-Metal und Gothic verschrieben. Dieser Mix aus melodischem und aggressivem Gesang und Stahltrossen Gitarren nennen sie „MetalCore“.
Einen primären finanziellen Aspekt haben sie nicht.

„Wir wollen Spaß haben, und das mit ehrlicher, selbst geschriebener Musik. Letzten Endes sind wir froh, wenn wir plus - minus Null aus einem gemeinsamen Projekt herausgehen, “ sagt der Gründer von „B´haven Underground“.
Es gibt unzählige Stile in diesem Genre, die sich musikalisch zwar deutlich voneinander unterscheiden, letztlich vom Unwissenden aus Unkenntnis doch in einen Pott geworfen werden. Dieser Topf trägt den Deckel „laute Aggressivität“. Ein Markenzeichen dieser Gattung ist der Gebrauch spannungsreicher Tonbeziehungen, beispielsweise, der Chromatik oder der Tritonus, ein dissonantes Intervall bekannt als übermäßige Quarte. Wer nichts damit anzufangen weiß, der merkt aber schnell, dass dieses dem Hörer im Allgemeinen ein bedrückendes, erschreckendes Gefühl durch einen „bösen“ Klang vermittelt.

Dennoch ist es ein Lebensgefühl, das, ganz genau so wie der Rock n Roll, der Jazz oder eine x-beliebige andere Schiene, herausgelassen werden will.
Wächst du mit Metal auf, verschreibst dich ihm, weißt du auch schon, das ist Subkultur.
Du verinnerlichst die Texte, die von Hassorgien, Religion, bis zu sexuell anzüglichen Texten und politischer Gesellschaftskritik reichen und fällst unter rebellisch, aufrührerisch, aggressiv!
Musik, egal welche Sparte, ist aber nach wie vor ein Ventil für Musiker und Zuhörer gleichermaßen, und es ist an der Zeit das Vorurteil abzubauen, dass Metal Aggressivität und Gewaltbereitschaft provoziert; denn das scheint nach wie vor die oberflächliche Meinung der Mehrheit. Aber die muss nicht immer Recht haben.
In anderen Städten unserer Republik sind Metal - Konzerte seit Ende der 70er Jahre längst keine Seltenheit mehr, außerordentlich gut organisiert, und sie werden zunehmend frequentiert.
In diesem Sinn, bleibt hart Jungs und nicht in der Ecke.

Und sie sind immer noch unumstritten die führende Fraktion des Metal Genres im Norden, Morbid Tales aus Bremerhaven, kompromisslos in ihren Texten, eisenharte Riff- Gitarren mit explodierenden Sounds , rollender Trommeldonner. Nach dem Neuzugang von Mandy Seidel (Keyboard, Violine) 2009, Colin Steinberg (Keyboards), der schon von 1997 bis 2006 für die Tasten zuständig war, und Sänger Michael Köster in diesem Jahr, trennten sich die Melodic Thrash Metaller um Stahltrossen Spezialist Kai Schmidt von ihrem zweiten Gitarristen Simon Lindner, der wegen seines Studiums in Bremen und anderer Geräusche die Segel streichen musste. Obwohl sie eine bundesweit gefragte und Festival erprobte Formation sind, die sich ständig neu erfindet, blieb der durchschlagende Erfolg bis dato aus. Das soll jetzt anders werden!

The New Set Up

Dass Morbid Tales, wie viele andere Bremerhavener Bands auch, weit unter Wert gehandelt werden, ließ dem Musik begeisterten Andreas Ristel (Record Bar, Fährstraße) keine Ruhe.

„Es gibt kein Label mit weltweitem Vertrieb für Rockmusik in der näheren Umgebung Bremerhavens,“ so der engagierte „Play Division“-Label Inhaber, “und Top Rockbands aus unserer Region erhalten nur unter kaum nachvollziehbaren und schwierigsten Bedingungen einen Label-Vertrag.“ In einem gemeinschaftlichen Brainstorming mit dem ortsansässigen Musik Produzenten Rob Hardt (Cool Million, Seductive Souls), entstand nun die Idee, gemeinsame Vertriebswege für Soul, Lounge und Rockmusik zu suchen und zu nutzen.

Erste Veröffentlichung soll die aktuelle EP „Come inside“ von Morbid Tales werden. Die Bremerhavener Rocker zeigen in ihren vier intelligent verbundenen Metal Hymnen,dass man verschiedene Musikrichtungen sehr wohl unter einem Hut eindrucksvoll verpacken und präsentieren kann. Die Themen behandeln soziale und gesellschaftliche Grenz- und Randgebiete, die von Einsamkeit, Zorn, Schmerz, sowie Ängsten und psychischen Entgleisungen gezeichnet sind, und die nur das wahre Leben schreiben kann. Dass die Songs dieser EP bereits weltweit für Aufmerksamkeit sorgen, beweisen die unzähligen Zugriffe auf ihre My Space-Seite aus den USA, Brasilien und anderen Ländern.

Aus diesem Grund wird es ab 24. Januar 2011 eine weltweite Download Veröffentlichung der EP bei iTunes, Amazon, Musicload und anderen Musikbörsen und Internet Vertrieben geben. Das komplette Album folgt dann in 2011 als LP und CD, wie auch zum Download. Dass dieser konstruktive Schritt nach vorn gefeiert werden muss, steht außer Frage. Wo geht das zur Zeit besser als im Music Club „Yesterday“ in der Schleusenstraße am 29.01.2011, da Bremerhaven leider immer noch nicht mit einer repräsentativ großen Bühne für einheimische und auch auswärtige Bands dieses Genres aufwarten kann. Ansonsten muss man reisen, um die sechs „krankhaften Geschichtenerzähler“ live zu erleben.

UPDATE - Januar 2012

New Set Up 2012

Die Bremerhavener veröffentlichen im Februar 2012 den nächsten Longplayer – „Planet Death“ -, der nahtlos da ansetzt, wo die aktuelle EP- „Come Inside“ ausklingt. Im hauseigenen Tonstudio des Rock Cyclus Bremerhaven e.V. aufgenommen, klanglich bestechend im „Bozo“-Studio von Klaus Friedrichs mit erkennbarer Freude und mit Liebe zum Detail gemischt. Eine hörbar gemachte Weiterentwicklung der Band aus eigenem Haus in Komposition, deren Umsetzung und Sound, die keine Vergleiche mit großen Namen zu scheuen braucht. Ein absolutes „Muss“ für jeden Metal-Fan der harten, aber auch der ruhigen Töne. Diese Scheibe ist jedenfalls im Regal am falschen Platz, sie muss in den Player. „Planet Death“ hat keinen klassischen Opener, den es auch nicht braucht. Von Beginn an wird verdeutlicht, dass unser Planet auserkorenes Lieblingsobjekt des Sensenmannes ist, das er sich mit imponierender Geschwindigkeit einverleiben will. Raffinierte Wechsel in den Tempi beschreiben da eher eine Art hilflose Gegenwehr, bieten aber keinesfalls Grund zur sorglosen Entspannung. Generell hat das Sextett ein überzeugendes Gespür für große Hymnen, das zwar schon auf der EP präsent ist, auf „Planet Death“ aber eindrucksvoll weitergeführt wird. Abgerundet wird diese glänzende Produktion von einem außergewöhnlich starken, transparenten und immer druckvollen Sound durch die AI Mastering-Hand Konstantin Nillmaiers. Einen Titel hervorzuheben wäre bittere Beeinflussung ungenutzter Geschmacksknospen, es sei denn, jemand hätte Probleme damit, die Ballade „Meral“ als nicht verdächtigen Radiohit zu erkennen. „Planet Death“ ist also nicht nur ein bedeutungsvoller Wegweiser Richtung 21. Dezember 2012, der angekündigten Apokalypse, und zeigt der Nasa die Nase, dieses Album schürt die rabenschwarze Vorfreude auf das nächste Live Konzert. Und dieser Termin steht ebenfalls fest. Am Samstag, 18. Februar, startet die Release Party in der Stadthalle Bremerhaven. Dafür haben Morbid Tales sich mit den Seestadt Rockern Frozen Silk um Frontfrau Sharon Wynne einen befreundeten Support geangelt, der für infernale Temperaturen sorgen wird, dass sich die Halle die Heizkosten gänzlich sparen kann.

 

Kontakt: Kai Schmidt, Voßstr. 3, 27570 Bremerhaven
Tel: 0471/3004960 | Mobil: 0176/20597915

 

Too Hot To Trot Music (Musikverlag)


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