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Moonlight Combo - die Ted Herold-Taufe

die MOONLIGHT COMBO in "junger" Frische

Jeder Mensch hat eine Geschichte, jeder Musiker mindestens zwei. Ein Trio könnte so viele Geschichten erzählen, dass ein spannender Lach-Katechismus in Sachen übernatürliche „Musik Religion“ dabei herauskommen könnte. Übersetzen wir an dieser Stelle das Wort „Religion“ mal mit “Glaube an einen Traum“ statt Kult.

So wie ungezählte Stimulans vom Stichwort „Musik“ ausgeht, Anregung für Erkundungen, Projekte zum Selber- und Mitmachen, zum Erproben brachliegender Talente, zur Förderung von Kreativität, Spontaneität, für Gemeinschaftliches und Individualisierung, so unzählig viele Geschichten hat die „Moonlight Combo“ aus der Seestadt zu erzählen.
Eine davon ist ihre Entstehung.

Beginnen wir bei einem der Gründer, Jack Weterings, einem Bremerhavener Holländer, muss man sich schon kurz fassen, soll nur ein minimierter Bruchteil seiner musikalischen Laufbahn hier wiedergeben werden. So kurios wie der Beginn seiner Karriere, so unsichtbar das Ende.

Beim Altpapier sammeln, um sein Taschengeld aufzubessern, findet der Teenager ein Buch. Es ist eine Bauanleitung für eine Hawaii Gitarre, in einschlägigen Kreisen auch zärtlich  „Eierschneider“ genannt. Er baut sie, so wie seine Artgenossen Flugzeuge von Revell aus Plastik fertigen, eben nur ohne die beigelegten Einzelteile aus der Packung.
Jack sucht visuelle Vergleichsmöglichkeiten, entdeckt auf Bildern die Gitarren der „Shadows“, und der Wunsch, selbst eine Band zu haben, wächst so schnell wie das hohe „C“ eines an Bronchitis erkrankten Sängers verebbt. Jeder Pfennig wird gespart, eine „Fender“ muss her; denn irgendwie ist ihm auch klar, dass eine Hawaii-Gitarre zu dem Zeitpunkt nicht unbedingt das populärste Instrument ist, um in einer Rockband zu spielen.

Fast zur gleichen Zeit spielt sein heutiger Immer-Noch-Kollege Hartmut Ziembiewicz die Geige im Hamburger Staatsorchester. Er findet die Liebe zur Rockmusik ebenfalls im Sperrmüll, besser gesagt, seine Mutter, die ihm von dort eine völlig demontierte Akustik-Gitarre mit nach Hause bringt. Der Vater ist zwar nicht wirklich begeistert vom Sinneswandel seines Sohnes, aber der Basteltrieb lässt ihn das Instrument wieder klangfertig zusammenbauen.

Wer nun Arges denkt, ernsthaft mit dem Gedanken spielt, Sperrmüll würde Bands gründen oder ihre Entstehung fördern, der glaubt nicht wirklich an liebenswerte Zufälle. Denn nun müssen die Beiden ja erstmal zueinander finden. Das tun sie irgendwann Mitte der 70er Jahre und spielen seitdem in der „Unzertrenn-Bar“.

Jack gastiert bei den indonesischen Gitarrenrockern „Franky & the Spiders“, bespielt mit ihnen gemeinsam neun harte Staccato Monate die 17,5 cm hohe Bühne der „Roxy Bar“ in der Fährstraße, bevor er zu den „Weser Boys“ und auf distinguierte Hochzeitsmusik, sprich: Tanzmusik, umsattelt.

Hartmut versammelt die „Kinkaids“ um sich, die sich den Oldies verschrieben haben, wie Andere heute den Top 40. Auf einer Party seines Drummers Erich Schriefer im Gasthaus „Zur Post“ in Kassebruch treffen Jack und Hardy das erste Mal zusammen. Schlagzeuger Erich schlägt den Beiden ein sechssaitiges Duell vor, um festzustellen, wer von ihnen der „Bessere“ sei. Jack gewinnt, Hartmut ist ab sofort dem Bass verbunden. Und nun geht plötzlich alles paganinisch schnell. Telefonnummern werden ausgetauscht, damit man sich nicht aus den Ohren verliert. Die „Kinkaids“ lösen sich aus beruflichen Gründen auf, und manch Bier entdeckelt sich wie von selbst beim Pläneschmieden der neuen Freunde, die Zukunft betreffend.

Der Akkordeonist der „Weser Boys“, Heiner Wischhusen, lässt sich nicht lange bitten, ist mit von der Partie, und als Schlagzeuger Schriefer seine Stäbe nur noch für chinesische Gourmetküchen einsetzen will, kommt Fredi Itau. Die „Moonlight Combo“ steht.
Steht? Na ja, die Namensgebung fällt auch eher unter die Rubrik, wie sag ich ´s meinem Kinde. Ein Zeitungsreporter an der Bühne fragt nach dem Namen der Vier, die gerade Ted Herold´s „Moonlight“ schnulzolieren, und Newcomer Itau ruft von hinten: „Moonlight Combo“.

Musik für junge Leute bis 80 und die, die es noch werden wollen, 15 Jahre Bremerhavener Jahrmarkt im legendären Opitz-Zelt, private Feiern, Überland-Tourneen und weitere Kreise.
Fredy Itau geht, Axel Adelsberg (heute „Aquacity“) kommt, Axel geht und kurzzeitig springt Andy Wackert (Seldom Sober) ein, bevor er von Mike Bach abgelöst wird.

1992, die Besetzung scheint gefestigt, seit Wochen kein Wechsel mehr, bewerben sich die Mondlichter bei RTL an einer Ausschreibung von Moderator Uli Potowsky: “Wer schreibt den besten Bundesliga-Song?“

Die Bundesliga ist schuld ...

Von 55 Bands erhalten die Bremerhavener den Schallplattenvertrag. Der Name muss geändert werden (Bedingung von RTL, ´Combo´ klingt zu altbacken), und die beiden Autoren Mike Bach und Hans-Dieter Franke taufen um in „Otto Normal“. „Bundesliga“ bringt der Band Vollplayback-Auftritte im Frankfurter Waldstadion, im Volksparkstadion des HSV bei einem Freundschaftsspiel gegen St. Pauli. So könnte es immer weitergehen, tut es aber nicht.

Mit Pop Musik ist schlecht Hochzeitssuppe zu löffeln, Jobs bleiben aus. Mike hat schon seinen Abschied eingereicht, da kommt ein Engagement vom „Holiday Inn“ in Tossens.
Weil es die Möglichkeit eines Soundchecks nicht gibt, die Bühne viel zu klein ist, um ein Schlagzeug unterzubringen, kommen die drei Verbliebenen auf die Idee, mit Sequenzer zu arbeiten, einer so genannten Begleitautomatik. In jedem Fall ist die Lautstärke einfacher in den Griff zu bekommen. Der Gesang soll live bleiben, und bewegt werden darf sich auch noch. Aber im Grunde kann man auch gut und gerne zuhause bleiben.

Jack und Hardy sagen: “Wir sind immer noch zu buchen weil wir die alten Jungs immer wieder reaktivieren können. Bis dahin arbeiten wir in unserem Studio weiterhin an eigenem Material, na ja, und für Andere natürlich auch. Wem die starren Bilder von uns hier nicht reichen, wer uns gern in Bewegung sieht, der klickt einfach mal auf hier!“

Da war auch schon mal was, kurz nach Veröffentlichung der Single, als der Mann einer Plattenfirma Jack den Auftrag gab, eine Instrumental CD mit Eigenkompositionen im Stil von Spotnicks und Shadows à la Ricky King zu produzieren. Die Ricky King Ära war gerade gelaufen.

Diese viel versprechende Mischung verkaufte sich recht gut, sagt der Interpret.
Jack und Hardy wissen nun, was die Leute gern hören. Aber um ganz sicher zu gehen, decken sie nun auch noch eine weitere Fläche der Unterhaltungsbranche als „Die Flachländer“ ab.

Noch mehr? Dann schau auf ihre Seiten.


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