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Crack'n Up's - Im Land der aufgehenden Sonne

Stell dich der Hitze - ein heißer Abend aus der "Face the Heat"-Tour der Scorpions, der 4. Oktober 1993. Die Hannoveraner rocken sich auf der Bühne der Kieler Ostseehalle die Seele aus dem Leib. Unter den Fans segelt der 12-jährige Nils Wandrey mit hängendem Unterkiefer und nach vorn geklappten Ohrmuscheln vor Enthusiasmus zehn Zentimter über dem Boden. Sein Vater, der ihm die Karte schenkte, weiß nicht, was er da angerichtet hat, denn für den werdenden Teenager ist klar: Genau das will er auch werden - Rock Star.

Nils schafft es, mit seiner Euphorie zwei Klassenkameraden zu infizieren, und das Trio probt zuhause in den eigenen vier Wänden, der Drummer auf E-Pads, in der Lautstärke regelbar, und die Anderen müssen sehen, welcher Verstärker den unaufdringlichsten Pegel abgibt. Aus der Faszination zum Rock entsteht das Fieber, aus dem ersten erlernten Akkord der Mut, sie wollen an die Öffentlichkeit.

Dass es nun ausgerechnet die 50-Jahres-Feier der Loxstedter Hohe Wurth sein muss, auf der ca. 500 vorwiegend ängstliche Senioren ihre Premiere miterleben, ist ihnen egal: Denn was da an nachgespieltem Material von der Bühne kommt wird erfreulich dankbar angenommen. Da spielt es auch noch keine Rolle, dass sich anschließend niemand mehr an den Namen der Drei erinnern kann. Sie haben ja noch keinen.

Der muss aber her. Und eigene Songs auch; denn nur nachspielen empfinden sie schnell als eintönig, birgt es doch so gar nichts der Geheimnisse ihrer eigenen Seelen. Verzweifelt Nils noch an den ausgefeilten "Scorpions"- und "Mr. Big"-Gitarrenriffs, so kommen ihm die kalifornischen Punkrocker von "Green Day", die quasi über Nacht den Grunge verdrängen, mit ihren druckvollen und eingängigen Kompositionen gerade recht. Er kann sie nicht nur alle nachspielen, die hin und her geschobenen Power Chords sind Wegweiser für seine eigenen Lieder.

Auch bei der Namensgebung erweisen sich die Amerikaner als große Hilfe. Aus der Zeile "..it all keeps addin´ up, I think I´m cracking up.." ihres Hits "Basket Case" entsteht der Bandname "The Crack´n Up´s". Alles geregelt? Na ja, erst einmal muss diese junge Formation auf dem ständig kreisenden Besetzungskarussell mitfahren wie andere Bands auch. Aber da sind Auftritte, da ist die erste CD "Look Behind" mit eigenen Werken, Musiker werden schnell gefunden.Aber für eine feste Besetzung, mit der man kontinuierlich arbeiten kann, fehlt die Beständigkeit. Ein großer Schritt nach vorn scheint die Verpflichtung von Sven Lahme am Schlagzeug und Beuke Bredehöft am Bass.

Das konstruktive Ergebnis rockt in die Rillen einer 6-Track CD mit dem Titel "Sense". Ein weiterer Traum hat sich erfüllt. Nicht das Erwachen in der Realität, dass dieser Silberling keinen Platz direkt unter denen ihrer Vorbilder in den Hitparaden einnimmt, trennt die Musiker erneut. Der Eine geht weil er studieren will, dem Anderen ist es zu viel Stress.

Auf zu neuen Ufern, und Nils findet auf der Bremer Uni beim gemeinsamen Musikstudium einen neuen Schlagmann in Jan Schlagowsky, und in seinem "alten" Freund Duck Hamann, den er einst zum Booking-Experten schulte, einen zwar ungeschulten, aber lernfähigen Basser, dem er die wichtigsten Grundbegriffe zeigt. Der Rest ist eine Frage des Willens. Plötzlich stimmt die Chemie. Die Reise in einem gemeinsam gesteuerten Boot kann losgehen. Drei Freunde mit übereinstimmenden Interessen, ähnlich verrückten Ideen. Aus dem vereinten Ziehen am gleichen Strang entsteht eine hoch explosive Mischung aus Talent, Fleiß und Kreativität. Die "Crack´n Up´s" melden sich eindrucksvoll mit der Mini-CD "Amy Blame" zurück, melodiös, rockig und mit treibendem Elan eingespielt.

conichiwa...

Grund genug für den 26jährigen Gründer Wandrey zu sagen, die Band existiert erst seit 2003, dem Jahr der Veröffentlichung. In ihnen reift der Gedanke an eine weitere Reise als nur die zum heimischen Publikum, wissen sie doch, dass der Prophet im eigenen Land häufig erst etwas gilt, kann er sich mit Erfolgen aus der Ferne schmücken. Japan, das deutschfreundliche Völkchen, immer noch mit dem zweitgrößte Musikmarkt auf unserem Planeten, das wäre doch ein spannendes Ziel. Ca. 70 Konzerte weiter konkretisiert sich ihr Wunsch. Nach beeindruckenden Auftritten im Vorprogramm der Hitparaden-Stürmer "Pur" auf dem Stadthallen-Gelände, begrüßen sie einen unübersehbaren Fankreis als Support Act beim "Toto"-Konzert in diesem Jahr, und Nils telefoniert sich auf Englisch die Lamellen wund mit japanischen Clubbesitzern, deren Adressen er sich im Internet zusammengesucht hat. Es geht voran.
Was ihn allerdings erstaunt, dass er nach zehn mit "Ja" beantworteten Fragen ein abschließendes "Nein" erhält auf die Frage, ob er überhaupt verstanden worden sei. Weiß er doch nicht, dass die Asiaten aus ihrer angeborenen Höflichkeit ein "Nein" eigentlich gar nicht in ihrem Sprachschatz haben.

Gebucht werden dreimal das "Mission" in Tokyo, das "Club Voice", das "Chop" und das "Outbreak" vom 19.10.2007 bis 25.10.2007, und weiter geht´s in Osaka. Der absolute Höhepunkt für die drei Jungrocker sind sicherlich die gemeinsamen Konzerte am 2./3.11.2007 in Kobe und wiederum Tokyo mit "Kottak", der Punk n Roll Band des legendären "Scorpions" Drummers James Kottak, der in seiner Formation unter dem Alter-Ego Jimmy Ratchitt gleichzeitig Sänger und Gitarrist ist. Seine Gattin Athena, die sicher um einige Schlagfrequenzen heißer daherkommt als ihr Bruder Tommy Lee (Mötley Crüe), traktiert die Felle.

Rechtzeitig zur Tournee gibt es die funkelnagelneue "Crack n Up´s"-CD als japanische Edition. Bestellungen werden gern per E-Mail auf der bandeigenen Seite www.cracknups.de entgegen genommen.

Und, liebe Fans, was Konzerte in der Heimat betrifft, nicht panisch werden, eher japanisch.
Sie sind ja wieder da, wenn auch ohne Jan Schlagowsky, der das Trio kurzerhand zum Duo macht, Ein neuer Mann muss her. Wer das sein könnte, steht zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest, wird aber nachgereicht. Das demnächst anstehende neue Album soll voraussichtlich James Kottak eintrommeln.


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