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Aktuelles

Metropol - buntes Programm in nostalgischem Ambiente

Seit dem 11.11.2005 gibt es eine Musikkneipe mehr in der Seestadt, und die bringt eine bewegte 100jährige Vergangenheit mit sich.
Das in der vierten Generation wieder eröffnete „Hotel Metropol“ am Fritz-Reuter-Platz wird 1907 als Maßnahme der Altersversorgung von Johann und Gesine Frommer errichtet, so der Grundstein für eine lange Leher Geschichte gelegt.

Das Haus wird zum Treffpunkt von Schauerleuten, NDL - Mannschaften und den amerikanischen Besatzern, die es zu „ihrem“ Club machen. Das Geschäft floriert, und noch ein Ereignis sorgt für positive Stimmung in der Familie, die Geburt des Sohnes Hans.
1943 wird das Hotel vom Landwirtschaftsamt stillgelegt. Kurz darauf erhält es einen Bombentreffer, acht Menschen sterben, darunter auch Gesine Frommer.
Hans, direkt von der Lessingschule an die Front beordert, kann den Kriegswirren Dank seines Feldwebels (ebenfalls ein Bremerhavener) entfliehen, und so seinem Vater beim Beseitigen der Bombentrümmer behilflich sein.
Bei der Neueröffnung 1946 stehen prompt die amerikanischen Besatzer in der Tür, beschlagnahmen das Hotel und taufen es um in den „ Club Tug Boat Inn“. Rudolf Frommer arbeitet im eigenen Haus als Heizer, Sohn Hans als Kellner. Natürlich wissen sie die Vorteile durch die Amerikaner zu nutzen, US-Zigaretten und Whiskey. Ein unschätzbarer Reichtum in jenen Tagen.
Bis zur Währungsreform 1948 bleibt das „Metropol“ ein US-Club. Danach wird es der Öffentlichkeit als “Hotel Metropol“ zugänglich gemacht, wandelt sich zu einer der angesagten Bars der Stadt mit Live-Musik und Englisch sprechender Bedienung im Cocktailkleid. Den Amerikanern gefällt das neue Gesicht ihres ehemaligen Clubs, und sie bleiben ständige Einkehrer, begeistert von den Cocktails und einem Renner des Hauses, dem Wiener Schnitzel.
Alles läuft bestens bis 1955. Der durch Bomben zerstörte Teil des Hauses wird wieder aufgebaut, Hans heiratet seine große Liebe Irmgart, und im Herbst desselben Jahres kommt Tochter Ute zur Welt.
In den folgenden Jahren wird das Hotel stark frequentiert durch Schiffsbesatzungen der „United States“ und der „America“. Die Gaststube ist Tag und Nacht geöffnet.
Die 60er Jahre bringen erneut ein anderes Publikum durch den Wandel im Schiffsverkehr.
Die Gäste kommen jetzt mehr aus der Frachtschifffahrt und der Fischerei, aber auch die Stars der „Holiday on Ice“ – Revue übernachten regelmäßig hier, wenn man in Bremerhaven gastiert, und Gründe zum Feiern bis spät in die Nacht müssen nicht lange gesucht werden.

In den 70ern logieren hier verstärkt die Monteure der Lloyd Werft, und zu Beginn der 90er nutzen die Amerikaner wieder liebend gern das Haus als Übergangsquartier, bevor sie wegen des Truppenabzugs über den großen Teich zurückreisen. Der ausgezeichnete Ruf des „Metropol“ ist in ihrer Heimat schon längst in aller Munde.
Aber nichts ist für die Ewigkeit. Es wird ruhiger um dieses, einst von pulsierendem Leben erfüllte Etablissement. 2003 verstirbt Hans Frommer.

Ute Frommer, inzwischen verheiratet mit Werner Müller, nimmt sich ein Herz, trotzt dem angeschlagenen Ruf des Stadtteils Lehe und wagt den Schritt der Neueröffnung.
Unterstützt wird sie dabei u.a. von der BIS, die sie als Existenzgründerin umfassend berät.
Die sinnvolle Bestandspflege des Hauses ist aber nur durch so viel Eigenarbeit wie möglich realisierbar. Die typische alte Schankstube des Hotels wird so gut wie möglich wieder hergerichtet. Damit bleibt Lehe eine echte Schankstube der Schnelldampferepoche des NDL erhalten.
Sogar die Jukebox von 1958 steht wieder an ihrem Platz, und ein Klavier wird ebenfalls in den Schankraum gestellt.
„Wir möchten neben unserer kleinen aber feinen Speisekarte gern auch kulturelle Inhalte anbieten“, sagt Ute Frommer-Müller, „Live Musik mit Jazz Frühschoppen oder kleineren Ensembles am Abend, Spielspaß von Uwe Lührs nach amerikanischem Vorbild a la „Mord zum Dinner“ und was sich an Kleinkultur noch so unterbringen lässt. Wir möchten den Jazz a la „Chico´s Place oder des „Riverboat“ wieder zurückholen.“
Sehr gut untergebracht fühlten sich jedenfalls schon der Bremerhavener Jazzpianist Jan-Hendrik Ehlers und Gitarrist Jörg Seidel bei ihren Konzerten, wie auch „ Abi Hübner´s Low Down Wizards“ und andere hervorragende Dixieland Combos aus der Nordregion.
Das „Hotel Metropol“ ist aber nicht nur für Jazzer eine neue Adresse in der Stadt. Selbstverständlich können sich auch Musiker anderer Genres für Konzerte anmelden.

Die legendäre MANNI MÜLLER COMBO im "Metropol"

Eine Ära, ein Stück Geschichte, das Lehe über mehrere Jahrzehnte prägte, ist mit der Wiedereröffnung des „Hotel Metropol“ zurückgekehrt.
Inzwischen sorgen Musiker verschiedenster Stilrichtungen, wie, beispielsweise, die legendäre „Manni Müller Combo“, der Bremerhavener Country Sänger „Matt Walker“ mit unterschiedlichsten Besetzungen, aber auch große Namen wie Peter Caulton (Country, Neuseeland) für ein vielseitiges musikalisches Angebot.
Die Gaststätte ist von 16 Uhr bis in die späten Abendstunden geöffnet.


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