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Achim Brierley - der filigrane Drummer

COMPETITION v.l.n.r.: George Meier, Achim Brierley, unten: Luc Bertin, Werner Kusch

Bremerhaven sieht ihn zum ersten Mal, als er Mitte der 60er bei der örtlichen Vorzeigeband „The Competition“ trommelt. Neben ihm lokale Größen wie George Meier, Uli John, Werner Kusch, Heiner Schmidt und Luc Bertin. Sie erhalten die Chance durch ihren damaligen Manager Bodo Albes, im Star Club Hamburg vor der englischen Top Band „Spooky Tooth“ zu spielen, und das mit einem Selbstbewusstsein, das seinesgleichen sucht, indem sie Titel des Top Acts spielen, während die Engländer in der Garderobe sitzen und sich fragen, ob sie schon auf der Bühne seien.

So brillant Achim auf seinem „Ludwig“ spielt, so introvertiert und schweigsam gibt er sich in der Öffentlichkeit. Nur im engsten Freundeskreis öffnet er sich, und später das nicht einmal mehr. Die Mannen um „Cravinkel“, mit denen er in Volkmarst in einem Bauernhaus lebt und das „Heuballen“- Album eintrommelt, wissen davon ein Lied zu singen.
Vielleicht sind die Bedingungen, unter denen das Quartett auf dem Land lebt, für den sensiblen Bremer zu hart.
Niemand checkt so recht weshalb das so ist, zumal Achim immer kurz davor steht, eine große Karriere zu starten. Nach seiner „Competition“- Zeit bleibt er zunächst in seiner Heimatstadt, veröffentlicht 1968 mit der „Joe Alby Band“ (George Meier, Luc Bertin, Harald Konietzko, und Joe Alby Gesang) die LP „Highty Hi“ auf dem Karussell Label, um dann im Juni 1969 bei den „Happy Times“ (heute: Blaxx,Bremen) einzusteigen. Ein Jahr später lässt er sich von George B. Miller ersetzen, um dann erneut, nach seinem kurzen Debut bei „Cravinkel“, im April 1973 eine Reunion mit den „Happy Times“ zu starten.

Denn der Versuch, mit seinem Freund Bernd Zamulo (Rhythm Brothers, Lords), Rolf „Zotty“ Brockhoff und Pit Schimkat als „Sitting Bull“ groß ins Geschäft einzusteigen mit dem Debut Album „Trip Away“, scheitert.
Ein rastloses Leben, das Achim ganz sicher innerlich nicht festigt.
Von Bremen geht es wiederum in nördliche Richtung. Bremerhaven steht 1974 zum zweiten Mal auf seinem Plan, die Band heißt „Cracker Jack“.

Doch auch hier hält sich die Besetzung nur kurz, und Achim legt seine Sticks erst einmal beiseite.
Angebote bekommt er genug. Jeder weiß, welch exzellenter Schlagzeuger da ohne Band ist.

Aber Achim lehnt ab. Als Zuhörer trifft man ihn hin und wieder bei seinen Ex-Kollegen, ansonsten wird es ruhig um den talentierten Musiker, bei dem einst andere Schlagzeuger mit hängenden Kinnladen vor der Bühne standen, um ein bisschen von seiner Technik für sich selbst zu erhaschen.

Er trifft sich mit Kai Stellmann, dem ersten Wolfsmond-Drummer, um seinen Lebensweg als Musiker mit ihm zusammen zu dokumentieren, aber kurz darauf, am Sonntag, 27. März 2008 verstirbt er einsam in seiner Wohnung in Bremen nach einem Asthma-Anfall.


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